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HessenKaum noch handschriftliches zweites Jura-Staatsexamen

25.01.2026, 04:02 Uhr
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Mehr als 96 Prozent der Jura-Kandidaten in Hessen machen ihre zweite Staatsprüfung lieber digital als handschriftlich. Seit wann ist das möglich - und wie sieht es beim ersten Staatsexamen aus?

Wiesbaden (dpa/lhe) - Das vor einem Jahr in Hessen eingeführte elektronische zweite Staatsexamen für Jurastudierende stößt auf sehr großen Anklang. Mehr als 96 Prozent aller Kandidatinnen und Kandidaten ziehen die digitale der handschriftlichen Variante der Prüfung vor, wie das Justizministerium in Wiesbaden mitteilte.

2025 gab es sechs Durchläufe mit jeweils rund 200 Kandidatinnen und Kandidaten, "die weitestgehend reibungsfrei verliefen", hieß es. Die angehenden Juristen können frei wählen zwischen E-Examen und traditioneller Prüfung.

Kaum jemand wechselt von digitaler zu handschriftlicher Variante

Einmal dürfen sie in der Prüfungsphase auch wechseln von der elektronischen zur handschriftlichen Variante. Justizminister Christian Heinz (CDU) teilte mit: "Davon wurde im Jahr 2025 lediglich vereinzelt Gebrauch gemacht."

Der Christdemokrat verwies auf die Möglichkeiten der Vorbereitung für Jurastudenten: "Wir haben ein Übungsportal eingesetzt, mit dem sie sich frühzeitig mit der elektronischen Prüfungsumgebung vertraut machen und Übungsklausuren anfertigen können." Für das digitale zweite Staatsexamen werden Räume in Frankfurt, Darmstadt und Butzbach angemietet.

Wie will das Justizprüfungsamt mehr Prüfer gewinnen?

"Derzeit pilotiert das Justizprüfungsamt die elektronische Korrektur der Klausuren. Sie soll perspektivisch die handschriftliche Korrektur dauerhaft ersetzen", ergänzte das Justizministerium. Damit hoffe das Justizprüfungsamt zusätzliche Prüferinnen und Prüfer gewinnen zu können. Überdies werde auch an einem elektronischen ersten Staatsexamen gearbeitet.

Das zweite juristische Staatsexamen ist der Abschluss des zweijährigen praktisch ausgerichteten Referendariats. Sein Bestehen qualifiziert für Berufe wie Richterin, Staatsanwalt oder Rechtsanwältin.

Quelle: dpa

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