HessenNachbarin wegen Lärms getötet? Mordprozess eröffnet

Ein Streit um Lärm eskaliert laut Anklage tödlich: Warum ein Nachbar mit einem Nachschlüssel in die Wohnung einer Frau eingedrungen sein soll. In Hanau beginnt ein Indizienprozess.
Hanau (dpa/lhe) - Weil er seine 45-jährige Nachbarin wegen eines Streits um Lärm getötet haben soll, steht ein 59-Jähriger vor dem Landgericht Hanau. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Mord aus Heimtücke sowie zur Verdeckung einer Straftat vor. Der Mann weist die Vorwürfe nach Angaben seines Verteidigers zurück.
Der Angeklagte soll im März 2025 in einem Mehrfamilienhaus in Nidderau (Main-Kinzig-Kreis) die Frau durch stumpfe Gewalt getötet haben. Nach den Ermittlungen geht die Anklagebehörde davon aus, dass es bereits seit geraumer Zeit zwischen dem Mann im ersten Obergeschoss sowie der Frau, die über ihm wohnte, Auseinandersetzungen gegeben hat.
Der Mann habe sich über den Lärm, den seine Nachbarin gemacht habe, beschwert. So sei es zuletzt am Abend vor der Tat zu einer verbalen Auseinandersetzung gekommen, nachdem der Mann mit einem Besenstiel gegen die Decke geklopft habe.
Opfer hielt sich in Wohnung auf
Am 13. März, so die Anklage, habe sich der Angeklagte mit einem Nachschlüssel Zutritt zur Wohnung seiner Nachbarin verschafft, in der Annahme, dass die Frau außer Haus sei. Die Frau habe sich jedoch im Schlafzimmer aufgehalten und telefoniert. Als sie dann ihren Nachbarn überrascht habe, sei der Mann auf sie losgegangen, um sein unerlaubtes Eindringen zu verdecken. Den Mordplan habe er aus der Situation heraus gefasst, das Opfer sei arg- und wehrlos gewesen. Die 45-Jährige starb nach Angaben der Staatsanwaltschaft an tödlichen Schädelverletzungen.
Prozess bis in den August
Der 59-Jährige war nach wochenlangen Ermittlungen erst im Sommer festgenommen worden und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Sein Verteidiger erklärte, dass sein Mandant die Vorwürfe entschieden zurückweise und keine Angaben zu den Vorwürfen machen werde.
Für den Indizienprozess hat das Landgericht bereits 18 Verhandlungstage bis in den August anberaumt und zahlreiche Zeugen geladen.