HessenRhein warnt vor unüberlegtem Teilabzug von US-Truppen

Droht ein US-Truppenabzug aus Deutschland? Hessens Ministerpräsident Rhein ruft zur Besonnenheit auf. Die deutsch-amerikanische Freundschaft habe über Regierungen hinaus Bestand.
Wiesbaden (dpa/lhe) - In der Debatte über einen möglichen Teilabzug von US-Truppen in Deutschland hat Hessens Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) vor unüberlegten Entscheidungen gewarnt. Die deutsch-amerikanische Partnerschaft lebe nicht von kurzfristigen politischen Entschlüssen, sondern von einem starken Fundament, das über Regierungen hinaus Bestand habe, sagte er in Wiesbaden auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.
Das amerikanische Militär sei entscheidend für die Sicherheit Europas und ein wichtiger Faktor für Beschäftigung und Wachstum. "Ich gehe deshalb davon aus, dass der Abzug der US-Truppen sehr genau überdacht wird – für Hessen als das amerikanischste Bundesland Deutschlands ist das ganz besonders wichtig", erklärte Rhein. Die US Army hat in Wiesbaden ihr Hauptquartier für Europa und Afrika, die Hilfe für die Ukraine wird wesentlich von der hessischen Landeshauptstadt aus koordiniert.
Die USA prüfen nach Aussage von Präsident Donald Trump eine mögliche Reduzierung ihrer Truppen in Deutschland. Eine Entscheidung solle in Kürze getroffen werden, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social. Die Ankündigung folgt auf Trumps deutliche Kritik an Bundeskanzler Friedrich Merz, weil dieser sich kritisch über die US-Offensive gegen den Iran geäußert hatte.
"Die deutsch-amerikanischen Beziehungen sind von großer Bedeutung für unsere Sicherheit, unsere Freiheit und unsere wirtschaftliche Stärke", sagte Rhein. "Gerade in geopolitisch herausfordernden Zeiten müssen wir auf das setzen, was uns verbindet: gemeinsame Werte, eine enge Partnerschaft und eine verlässliche Zusammenarbeit."