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HessenTote für Wandel in Teheran? Iranerin fühlt sich zerrissen

03.03.2026, 13:55 Uhr
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(Foto: Vahid Salemi/AP/dpa)

Die 34-jährige Nava Zarabian spricht in Wiesbaden über ihre Zerrissenheit bezüglich des Krieges in ihrer Heimat. Und über die Angst um ihre dortigen Verwandten.

Wiesbaden/Teheran (dpa/lhe) - Ist der amerikanisch-israelische Angriff gegen die iranische Regierung positiv oder negativ? Nava Zarabian, eine 34-jährige Iranerin in Wiesbaden, fühlt sich zerrissen. "Das ist schwer zu sagen. Ich kann es nicht befürworten, wenn zivile Opfer getroffen werden, höre aber von vielen Iranern, dass sie keinen anderen Weg sehen, um zu einer säkularen Demokratie zu kommen", sagt die im Iran geborene Frau. Sie floh in den 1990er Jahren als Kind mit ihren Eltern nach Deutschland. Ob die Demokratie erreicht werde, sei unklar.

"Der Iran ist ein faschistischer Staat, gerade Deutschland sollte das verstehen", betont Zarabian, die nach eigenen Worten in der politischen Bildung aktiv ist und Islam- und Musikwissenschaften studiert hat. "Viele hier unterschätzen die Brutalität des iranischen Regimes. Jede Familie dort hat jemanden verloren, mit Folter, Hinrichtung, Erschießung."

"Der Tod ist nicht schlimm genug"

Sie sähe die iranische Führung lieber vor einem Gericht, sagt Zarabian, die nach eigenen Angaben 2022 in Deutschland Demonstrationen mit dem Slogan "Frau, Leben, Freiheit" mitorganisiert hat. "Der Tod ist nicht schlimm genug für das, was sie den Menschen angetan haben", ergänzt sie mit Blick etwa auf den am Samstag getöteten Staatsführer Ajatollah Ali Chamenei.

Kontakt zu den eigenen Tanten, Onkeln, Cousinen und Cousins in Teheran? "Seit Samstag gibt es im Iran einen Internet-Shutdown, seitdem habe ich nichts mehr gehört von ihnen, das ist sehr beängstigend", sagt Zarabian. Whatsapp-Nachrichten habe sie seitdem ins Off geschrieben: "Da kommen nie blaue Häkchen, das geht nicht durch."

Quelle: dpa

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