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Hessen Uraufführung von "NSU 2.0" zu Rechtsterror-Gefahren

Eine Szene aus dem Stück

(Foto: Jessica Schäfer/Schauspiel Frankfurt/dpa)

Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Auf der Kammerspielbühne des Schauspielhaus Frankfurt ist am Sonntagabend das Stück "NSU 2.0" von Nuran David Calis zur Uraufführung gekommen. Darin geht es nicht nur um die Gesinnung und Selbstdarstellung der Terrorzelle NSU, des Mörders von Walter Lübcke und des Attentäters von Hanau, sondern auch um die Frage nach dem Versagen der Behörden und vor allem des Verfassungsschutzes. Immer wieder wurde dabei auch der Umgang mit den Opfern in den Vordergrund gerückt, vor allem bei den Ermittlungen der NSU-Morde, und Rassismus in der Gesamtgesellschaft thematisiert.

Das Stück solle zeigen, dass die Opfer nicht "die anderen" seien, "sondern Menschen wie wir alle", sagte Dramaturg Alexander Leiffheidt vor der Premiere. Spätestens der Mord an dem Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke habe gezeigt, dass jeder Opfer werden könne, der sich für eine freiheitliche Demokratie einsetze.

Ziel sei es auch, den Sichtweisen der Einzeltäter-Theorien und Schlussstrich-Mentalitäten entgegenzutreten. "Wie viele Einzeltäter braucht es denn noch, bis wir anfangen können, über Strukturen zu sprechen? Und in welchem Umfeld reift in diesen vielen Einzelnen immer wieder der Entschluss, Täter zu werden? Diese beiden Fragen stellt das Stück."

Nachdem der ursprünglich geplante Premierentermin wegen der Corona-Pandemie verschoben worden war, konnte das Stück angesichts der Mindestabstände auch am Sonntag nur vor einer kleinen Zuschauermenge aufgeführt werden.

© dpa-infocom, dpa:210613-99-978751/2

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