HessenWeiter jedes fünfte Studienangebot mit Zugangsbeschränkung

In Hessen gilt für rund 20 Prozent der Studienangebote eine Zulassungsbeschränkung wie beispielsweise der NC. Doch je nach Ort gibt es Unterschiede.
Gütersloh/Frankfurt (dpa/lhe) - Wer ab Herbst in Hessen studieren will, muss weiterhin in jedem fünften Studienfach mit einer Zugangsbeschränkung rechnen. Nach einer Analyse des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) liegt der Anteil der Fächer mit einer Beschränkung, wie etwa einen Numerus Clausus (NC) oder einen Eignungstest, zum Wintersemester 2026/2027 bei 20,3 Prozent. Das entspricht nahezu dem Vorjahreswert (20,1 Prozent).
Hessen liege aktuell deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von 31,6 Prozent, hieß es. "Selbst in den bundesweit häufig beschränkten Rechts-, Wirtschafts-, Gesellschafts- und Sozialwissenschaften sind in Hessen nur 28,6 Prozent der Studienangebote zugangsbeschränkt, in den Sprach- und Kulturwissenschaften nur jedes fünfzehnte (6,5 Prozent)."
Regionale Unterschiede - Höchster Anteil in Frankfurt
Je nach Region und Stadt gibt es allerdings große Unterschiede. Unter den größeren Standorten liegt Frankfurt mit einer Quote von 38 Prozent deutlich an der Spitze, es folgen Darmstadt mit 15 Prozent, Marburg mit 12 Prozent, Kassel mit 11 Prozent und Gießen mit lediglich 8 Prozent.
Zwischen den Universitäten sowie den Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAW) beziehungsweise Fachhochschulen gibt es mit 20,2 und 16,9 Prozent einen klaren Unterschied. Das gilt auch für Bachelor- und Master-Studiengänge mit Werten von 16,5 und 20,3 Prozent.
Und wie ist die bundesweite Entwicklung?
Deutschlandweit geht der Anteil zugangsbeschränkter Studiengänge seit Jahren zurück. Laut den Angaben galt dies vor sechs Jahren noch für mehr als 40 Prozent aller Studienangebote - und sinkt seither auf nunmehr 31,6 Prozent. Auch im Vergleich zum Vorjahr sei der Anteil noch einmal um 0,9 Prozent kleiner geworden.
Ob Hochschulen viele Studienangebote mit einem NC belegen oder nicht, schwankt regional stark und hängt auch von der Studienrichtung ab. Wer in einer großen Stadt studieren will, trifft tendenziell häufiger auf Zulassungsbeschränkungen, so das CHE.
Im Bundesländervergleich haben Studierende, die nach Berlin wollen, am seltensten die freie Wahl: In der Hauptstadt ist mehr als jedes zweite Studienangebot (53,5 Prozent) zulassungsbeschränkt.
Hessen kommt im Ländervergleich auf Platz 13 vor den Schlusslichtern Rheinland-Pfalz, Brandenburg und Thüringen.