HessenWo in Hessen zuerst die Fachkräfte fehlen

Kranführer dringend gesucht: In bestimmten Berufen werden in Hessen die Leute absehbar knapp. Die Arbeitsagentur hat die Situation beschrieben.
Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Hessens Arbeitsmarkt wird in den kommenden Jahren immer stärker vom demografischen Wandel erfasst. Laut der aktuellen Engpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit fehlen bereits Fachkräfte in der Pflege-, Betreuungs- und Gesundheitssparte, in technischen Berufen, in der IT und im Handwerk. Das Problem werde sich durch den Abgang der geburtenstarken Jahrgänge ins Rentenalter in den kommenden Jahren noch verschärfen.
Eine gewisse Verzögerung ergibt sich daraus, dass aktuell die Beschäftigtenquote in den rentennahen Jahrgängen noch sehr hoch ist. Die Menschen bleiben länger im Job: Von den 60 bis 65 Jahre alten Menschen in Hessen sind noch 53,7 Prozent erwerbstätig. Im Jahr 2012 traf das nur auf 28,3 Prozent dieser Altersgruppe zu. Ähnlich sieht es bei den 55 bis unter 60-Jährigen aus, die noch zu 65,9 Prozent im Job sind. Vor 14 Jahren waren es nur knapp 53 Prozent.
Problem nur aufgeschoben
"Damit ist das demografische Problem in vielen Berufen nur verschoben, aber nicht gelöst. Vielmehr besteht die Gefahr, dass das altersbedingte Ausscheiden dieser erfahrenen Beschäftigten in den kommenden Jahren viele Unternehmen hart treffen wird", sagt der Leiter der Regionaldirektion Hessen, Frank Martin. Unternehmen und Beschäftigte müssten mit Qualifizierungen unterstützt werden. Immer wichtiger werde zudem der Wissenstransfer in den Unternehmen.
Die Arbeitsagentur erwartet Engpässe vor allem im mittleren Qualifikationsbereich, weil die jüngeren Beschäftigten viel häufiger eine akademische Ausbildung haben als die zu ersetzenden Baby-Boomer, von denen viele eine Berufsausbildung abgeschlossen haben. Die höchsten Anteile an älteren, bald ausscheidenden Beschäftigten ab 55 Jahren finden sich beispielsweise beim Führen schwerer Bau- und Transportgeräte (37 Prozent), in der Elektrotechnik (29 Prozent) sowie im Brand-, Personen- und Objektschutz (30 Prozent).