Mecklenburg-VorpommernBackhaus: Ländliche Räume nicht aus dem Blick verlieren

Den Landwirten droht Ungemach aus Brüssel. Es könnte sein, dass die Fördermittel drastisch eingedampft werden. Es geht für MV um viele Millionen Euro.
Schwerin/Bad Reichenhall (dpa/mv) - Mecklenburg-Vorpommerns Agrarminister Till Backhaus (SPD) hat vor den Folgen einer möglichen drastischen Reduzierung von EU-Fördermitteln für Landwirte gewarnt. "Bei der EU-Agrarförderung drohen Einschnitte von über 160 Millionen Euro jährlich in Mecklenburg-Vorpommern", sagte Backhaus anlässlich der Agrarministerkonferenz (AMK) in Bad Reichenhall (Bayern). Die Betriebe stünden bereits jetzt unter erheblichem Druck.
Grund für die geplanten Kürzungen seien geplante Kappungs- und Degressionsregelungen bei größeren Betrieben. Allein in MV wären laut Backhaus über 1.000 landwirtschaftliche Betriebe betroffen. Er blicke mit großer Sorge auf die aktuellen Vorschläge zur zukünftigen Finanzierung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) ab 2028.
"Die Gemeinsame Agrarpolitik ist mehr als reine Agrarförderung. Sie ist auch das wichtigste europäische Instrument für die Entwicklung unserer ländlichen Räume. Wenn wir über die Zukunft der GAP sprechen, dürfen wir den ländlichen Raum nicht aus dem Blick verlieren", betonte Backhaus.
Auch Düngerecht Thema bei der Konferenz
Gerade in Zeiten globaler Krisen zeige sich, wie wichtig eine leistungsfähige Landwirtschaft sei. Dass in Europa trotz geopolitischer Konflikte und gestörter Lieferketten die Ernährungssicherheit weiterhin gewährleistet werden könne, sei keine Selbstverständlichkeit, sondern das Ergebnis der täglichen Arbeit landwirtschaftlicher Betriebe.
Bei der Agrarministerkonferenz will sich Backhaus gemeinsam mit Brandenburg für ein rechtssicheres und praxistaugliches Düngerecht einsetzen. Vor dem Hintergrund aktueller Gerichtsentscheidungen, die die bisherigen Regelungen zur Ausweisung nitratbelasteter Gebiete infrage stellten, drohe den Landwirten Rechtsunsicherheit. Deshalb müsse das Düngerecht schnell angepasst werden.