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Mecklenburg-Vorpommern Corona-Ausbruch bei Fleischverarbeiter: Betrieb ruht

Ein Wattestäbchen mit einem Abstrich wird im Labor für einen Corona-Test verarbeitet. Foto: Oliver Berg/dpa/Symbolbild

(Foto: Oliver Berg/dpa/Symbolbild)

Schlachthöfe und fleischverarbeitende Betriebe tragen im Geschehen rund um die Corona-Pandemie ein großes Risiko. Nach Großbetrieben etwa in Nordrhein-Westfalen oder Niedersachsen ist nun ein mittelständisches Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern betroffen.

Grimmen (dpa/mv) - Nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Blömer Fleisch bei Grimmen (Landkreis Vorpommern-Rügen) mit 60 infizierten Mitarbeitern wird der Betrieb zwei Wochen lang ruhen. Das Hygienekonzept habe seit Beginn der Pandemie im März problemlos gegriffen, sagte Geschäftsführer Christian Blömer am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. "Wir können uns das nicht erklären." Nach Angaben des Landesamts für Gesundheit und Soziales (Lagus) handelt es sich um den bislang größten Corona-Ausbruch in Mecklenburg-Vorpommern.

Nachdem ein Mitarbeiter am vergangenen Wochenende nach dem Auftreten vom Symptomen positiv getestet wurde, sei die Produktion gedrosselt worden. Auffällige Beschäftigte oder solche mit direktem Kontakt seien nach Hause geschickt worden. Am Mittwoch wurden dann alle 118 Mitarbeiter in der Produktion getestet. Laut Blömer habe keiner der Infizierten schwere Krankheitssymptome.

Nach Angaben des Landkreises war der zunächst betroffene Mitarbeiter zuvor nicht verreist und deshalb nicht durch das betriebseigene Screening getestet worden. Der Betrieb teste regulär alle Mitarbeiter nach Unterbrechungen der Arbeit durch Urlaub oder Reisen und isoliere diese bis zum Vorliegen eines negativen Testergebnisses vollständig vom Betrieb und den anderen Mitarbeitern, hieß es.

Wie viele Personen um Umfeld der positiv getesteten Beschäftigten leben, sei derzeit nicht abzuschätzen, sagte Blömer. Das Gesundheitsamt hatte für alle Haushaltsangehörigen der Kontaktpersonen Quarantäne ausgesprochen. Die Kinder und Jugendlichen dürften nicht mehr in die Schulen und Kitas.

"Wir haben in den letzten Monaten in vielen Betrieben der Fleischindustrie ähnliche Vorgänge gehabt", sagte der Chef des Landesbezirks Nord der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten, Herbert Grimberg. Die Hygienekonzepte gingen davon aus, dass die Mitarbeiter in den Betrieben in Gruppen eingeteilt werden. So könnte verhindert werden, dass im Falle einer Infektion der ganze Betrieb lahmgelegt wird. "Die Vermutung liegt nahe, dass bei dem Hygienekonzept in Grimmen suboptimal gearbeitet worden ist."

Geschäftsführer Blömer betonte, ein Teil der Mitarbeiter stamme aus osteuropäischen Ländern wie Polen oder Rumänien. Sie lebten in der Umgebung des Betriebes in Wohnungen und nicht in Wohnheimen oder Massenunterkünften. Sie seien teilweise schon seit Jahren im Unternehmen beschäftigt. Er bezeichnete seine Firma als einen der modernsten Zerlegebetriebe in Deutschland mit einer vollautomatischen Grobzerlegung.

Nach Angaben des Kreises arbeitet Blömer Fleisch transparent mit dem Gesundheitsamt zusammen, um eine weitere Verbreitung einzudämmen. "Für Krankenhäuser und sensible Einrichtungen wie Pflegeheime werden notwendige Maßnahmen zum Schutz der Patienten und des Personals eingeleitet", hieß es.

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