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Mecklenburg-Vorpommern Eisbrecher im Einsatz vor den Küsten von MV

Der Tonnenleger Görmitz ist auf dem nördlichen Peenestrom als Eisbrecher unterwegs. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

(Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa)

Die Müritz ist bereits zugefroren. Eisbrecher sorgen derzeit dafür, dass das nicht auch mit wichtigen Wasserwegen vor der Küste passiert.

Stralsund/Waren (dpa/mv) - Beim anhaltenden Frost gefrieren immer mehr Gewässer in und um Mecklenburg-Vorpommern. Mittlerweile ist der mit 117 Quadratkilometern größte Binnensee Deutschlands - die Müritz - zugefroren. Vor den Küsten sind Eisbrecher unterwegs.

"Das ist richtige Knochenarbeit da draußen bei dem Wetter", sagte Henning Dierken vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Ostsee (WSA). Die "Arkona" oder auch der Tonnenleger "Görmitz" fahren nach seiner Aussage zurzeit Zwölf-Stundenschichten. Wenn man an einigen Stellen jetzt zu lange nicht fahre, kämen kleinere Schiffe wie etwa die "Görmitz" gar nicht mehr aus dem Hafen.

Die "Görmitz" werde wie schon am Freitag auch in den kommenden Tagen den Peenestrom befahren und freihalten. Der größere Eisbrecher "Arkona" begleitete am Freitag den Frachter "Große Freiheit" durch den Greifswalder Bodden. Neben dem Eisbrechen gehe es darum, Fahrwassertonnen auf Beschädigungen durch das Wetter zu kontrollieren. Die Zahl der Tonnen sei bereits reduziert worden, empfindliche Leuchtaufsätze seien abgebaut und kleinere, solidere Eistonnen eingesetzt worden.

Das WSA hat für einige Bereiche ein Nachtfahrverbot verhängt: die Bodden südlich vom Darß, die Zufahrten zum Stralsunder Hafen oder den Peenestrom zwischen Usedom und Festland - etwa weil Leuchtaufsätze von den Tonnen genommen wurden, aber auch weil die Eiskante für Schiffe gefährlich werden könnte. Bereits Mitte vergangener Woche hatte das WSA vor Eisbildung für einen großen Teil der Ostseeküste von Mecklenburg-Vorpommern gewarnt. Vereiste Gewässer sollen demnach nur mit dafür geeigneten Schiffen befahren werden.

Bis jetzt seien noch keine Fahrwasser gesperrt worden, sagte Dierken am Freitag. Das könne mitunter aber schnell gehen. Wenn es weiter eskaliere, könnten weitere Schiffe zum Einsatz kommen. "Aber wir gehen ja jetzt davon aus, dass Donnerstag der Wetterwechsel kommt."

Besonders dick und dicht ist das Eis laut Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) aktuell in geschützteren Bereichen wie etwa südlich vom Darß, im Greifswalder Hafen, in Teilen des Peenestroms oder im Stettiner Haff. Dort meldete das BSH am Freitag bis zu 15 Zentimeter Eisdicke. Das Fahrwasser in den Häfen von Rostock und Wismar sei derzeit noch frei, sagte Dierken. Eis meldete das BSH aber auch schon für Teile der dortige Häfen. Im Stralsunder Hafen gebe es sehr dichtes bis zu 10 Zentimeter dickes, weiter im Fahrwasser dann lockereres bis zu 15 Zentimeter dickes Eis. Hier ist unter anderem auch schon die "Arkona" unterwegs.

Das BSH rechnet auch für das Wochenende mit weiterer Eisbildung vor der deutschen Ostseeküste, insbesondere in geschützten Bereichen. In Gebieten mit bereits geschlossener Decke sei mit einer Zunahme der Eisdicke zu rechnen.

Auch auf den Binnengewässern ist Eis nicht ganz unproblematisch. Bei Eisstärken ab 30 Zentimeter Stärke werden Schiffe, Stege und Bootsschuppen freigeschnitten, damit der Eisdruck sie nicht zerstört. So wie jetzt frieren die großen Seen nur bei Dauerfrost und wenig Wind richtig zu. Zuletzt war das 2018 der Fall. Behörden warnen immer wieder davor, die Einbruchgefahr zu unterschätzen. Unter dem Schnee sei die Eisdicke schwer abschätzbar.

© dpa-infocom, dpa:210212-99-416696/5

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