Mecklenburg-Vorpommern

Mehrere Interessenten Eisengießerei Torgelow bekommt Investor

Arbeiter gießen flüssiges Eisen mit einer Temperatur von 1.400 Grad in der Eisengießerei Torgelow in vorbereitete Formen. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Manche Aufträge reichen bis ins Jahr 2023.

(Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild)

Viel Industrie gibt es nicht in Vorpommern. Deswegen bangt die Region um die Eisengießerei in Torgelow. Doch nun deutet sich an, dass der Spezialist für Windkraftanlagen und Großmotoren wohl erhalten bleibt. Allerdings muss ein Teil der Belegschaft wieder in Kurzarbeit.

Die Geschäftsführung der angeschlagenen Eisengießerei Torgelow sieht gute Chancen für den Erhalt des Traditionsunternehmens. "Aller Voraussicht nach bleibt die Gießerei erhalten", sagte Geschäftsführer Peter Krumhoff. Es sei aber absehbar, dass sie in neue Hände übergeben werde. Für die Gießerei, die als wichtiger industrieller Kern in Vorpommern gilt, war Anfang Februar das "Insolvenzverfahren in Eigenregie" eröffnet worden. Es gebe mehrere Interessenten, erklärte Krumhoff, ohne Details zu nennen.

Die Gießerei mit 250 Jahren Tradition stellt vor allem tonnenschwere Bauteile für Windkraftanlagen her. Auch Gussteile für Großdieselmotoren, den Maschinen-, Behälter- und Anlagenbau kommen aus Torgelow. Die Produktion laufe kontinuierlich weiter. Vor allem der "Offshore-Bereich" sorge weiter für Aufträge. Mit Gehäusen aus Torgelow werden europa- und weltweit Windparks auf See gebaut. Einige Aufträge reichten bis ins Jahr 2023. Die Corona-Pandemie schränke die Arbeit der derzeit 270 Gießereimitarbeiter nur wenig ein. Sie würden regelmäßig getestet. Mitarbeiter aus dem nahen Polen nutzten Testmöglichkeiten an der Grenze.

Ab April werde man wieder Kurzarbeit in Anspruch nehmen, sagte Krumhoff. Der Anteil schwanke zwischen 20 und 40 Prozent, um die Produktionskapazität anzupassen. "Das ist ein flexibles Instrument, was sich bewährt hat." Für die Fortführung der Gießerei hatte die Schweriner Landesregierung auch Bürgschaften in Aussicht gestellt. Inwieweit diese in Anspruch genommen werden, hängt vom Konzept des Investors ab, wie Krumhoff sagte. Für Ende April ist die nächste Gläubigerversammlung am Amtsgericht Neubrandenburg geplant.

Als Gründe für die Insolvenz hatte die Gießerei Zurückhaltung bei Windpark-Projekten und andere Problemen im Zuge der Pandemie genannt.

Quelle: jwu/dpa

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