Mecklenburg-VorpommernFall Fabian: Gericht vernimmt Nachbarn der Angeklagten

Im Mordprozess zum Tod des achtjährigen Fabian schweigt die Angeklagte bislang. Das Gericht hört Zeugen, die zu der 30-Jährigen befragt werden. Sie beschreiben die Frau als empathielos.
Rostock (dpa/mv) - Das Landgericht Rostock hat im Mordprozess um den getöteten achtjährigen Fabian mehrere Nachbarn und Bekannte der Angeklagten als Zeugen vernommen. Sie wurden dabei auch ausführlich zur Person der 30-Jährigen befragt, die bis zu ihrer Verhaftung am 6. November 2025 in einem Dorf mit rund 350 Einwohnern im Landkreis Rostock lebte.
Die Frau soll den Achtjährigen laut Anklage am 10. Oktober 2025 an einem Tümpel bei Klein Upahl mit sechs Messerstichen getötet und den Leichnam anschließend in Brand gesetzt haben. Die Angeklagte ist Deutsche und schweigt bislang zu den Vorwürfen, will sich aber nach Angaben ihrer Verteidiger Anfang August äußern. Fabians Mutter nimmt als Nebenklägerin an dem Prozess teil, der zunächst bis zum 10. September terminiert ist.
Bekannte: Angeklagte in Telefonat nach Leichenfund "extrem kalt"
Eine Bekannte berichtete von einem Telefonat, das sie mit der Angeklagten am 20. Oktober - vier Tage nach dem Auffinden von Fabians Leiche bei Klein Upahl - geführt habe. Sie habe damals erwartet, dass die Angeklagte am Boden zerstört und traurig gewesen sei. Aber sie habe sie in dem Telefonat als "extrem kalt" und emotionslos erlebt.
Auch habe die Frau damals gesagt, dass es Fabian stets darauf abgesehen habe, ihre Beziehung zu dessen Vater auseinanderzubringen. Der Junge sei gar nicht so nett gewesen, wie alle behaupteten. Die Angeklagten habe der ganze "Aufriss" um Fabian eher genervt. Die Zeugin betonte, sie habe ihren Anruf im Nachhinein sehr bereut, da sie der Situation nicht gewachsen gewesen sei.
Jedes Wochenende gestritten
Die Angeklagte war mehrere Jahre lang mit Fabians Vater liiert, bis dieser die Beziehung im August 2025 beendet hatte. Eine Dorfnachbarin, die ebenfalls als Zeugin aussagte, schilderte, dass sich die 30-Jährige und Fabians Vater jedes Wochenende lautstark gestritten hätten. Inzwischen sind die beiden wieder ein Paar.
Der Prozess wird am kommenden Dienstag fortgesetzt. Dann werden Polizeibeamte als Zeugen gehört, die unter anderem Fabians Mobiltelefon ausgewertet haben.