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Mecklenburg-VorpommernKadaver Hunderter toter Vögel in Stralsund beseitigt

05.03.2026, 12:19 Uhr
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Aber nicht alle leiden unter dem Vogelsterben: Für streng geschützte Seeadler bieten die Kadaver derzeit eine willkommene Nahrungsquelle.

Stralsund (dpa/mv) - In Mecklenburg-Vorpommern müssen aktuell zahlreiche Kadaver von verendeten Vögeln beseitigt werden. Allein in Stralsund waren es in den vergangenen Tagen Hunderte Tiere, wie ein Sprecher der Stadt auf Nachfrage bestätigte. Auch auf Rügen waren immer wieder tote Vögel eingesammelt worden.

Für das Sterben der Tiere sind nach Auskunft des Landwirtschaftsministeriums der Winter und der damit verbundene Nahrungsmangel der Hauptgrund. Es gehöre "zum Kreislauf des Lebens, dass Tiere im Winter an Nahrungsmangel verenden", hieß es aus dem Ministerium.

Nahrungsmangel und Parasitenbefall

Den toten Tieren wurden Proben entnommen. Laut Ministerium konnten "Nahrungsmangel und Parasitenbefall festgestellt werden. Bei wenigen Proben wurde auch das Vogelgrippevirus nachgewiesen." Es ließe sich aber nicht feststellen, ob die Tiere an der Vogelgrippe verendet sind oder mit der Vogelgrippe.

In Stralsund kümmern sich die Berufsfeuerwehr und die Stadtreinigung um die Entsorgung. Sie seien "regelmäßig mehrmals in der Woche im Einsatz, um die erreichbaren Kadaver zu bergen und zu entsorgen", teilte die Stadt mit. Diese Situation könne noch einige Zeit anhalten, bis sämtliches Eis im Küstenbereich geschmolzen ist.

Vögel sind "harte Winter nicht mehr gewohnt"

Für Felix Hoffmann von der Naturschutzorganisation WWF hängt die hohe Zahl der toten Tiere auch mit den veränderten klimatischen Bedingungen zusammen. Ein großer Teil der Vögel ziehe nur, "wenn er muss", so Hoffmann. Viele Tiere, die sonst in den Süden gezogen wären, bleiben nun hier. Sie seien aber "harte Winter nicht mehr gewohnt", so der WWF-Experte.

Es gibt aber auch Profiteure der vielen toten Vögel, die laut Landwirtschaftsministerium als Nahrung für andere Wildtiere dienen: "Aktuell haben zum Beispiel die streng geschützten Seeadler von dem Nahrungsangebot profitiert, die sich auf ihr Brutgeschäft vorbereiten."

Quelle: dpa

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