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Mecklenburg-Vorpommern Munitionsbergungsdienst: Respekt vor kommenden Großaufgaben

Ein Bauschild mit dem Schriftzug

(Foto: Stefan Sauer/dpa-Zentralbild/dpa)

Wenn irgendwo eine alte Granate oder Bombe gefunden wird, wird der Munitionsbergungsdienst zu Hilfe gerufen. Doch nun warten Großaufgaben auf die Mitarbeiter: Die Beräumung von riesigen Flächen steht in den kommenden Jahren an.

Mellenthin (dpa/mv) - Mit Respekt schaut der Munitionsbergungsdienst MV auf die kommenden Jahre, wenn die Räumung zahlreicher belasteter Gebiete ansteht. In Lübtheen, wo im Sommer 2019 knapp 1000 Hektar Wald fast eine Woche lang in Flammen standen, soll der Anfang gemacht werden, wie der Leiter des Munitionsbergungsdienstes, Robert Mollitor, am Mittwoch sagte. Bei Lübtheen liegen Schätzungen zufolge auf einer Fläche von rund 300 Hektar rund 2600 Tonnen Munition, die entsorgt werden müssen. "Das ist die am stärksten belastete Fläche in Mecklenburg-Vorpommern", sagte Mollitor beim Besuch von Innenminister Christian Pegel (SPD) des Munitionszerlegebetriebs in Mellenthin (Landkreis Vorpommern-Greifswald).

Respekteinflößend sei dabei nicht die Munition selbst, es gehe um die schiere Masse. "Wir verzehnfachen den bisherigen Jahresdurchschnitt", betonte Mollitor. Deshalb müsse der Ablauf von der Suche über Bergung bis hin zur Zerstörung der Munition perfekt geplant werden. Gleichzeitig werde auch die Zahl der Mitarbeiter auf 18 spürbar aufgestockt. In Mecklenburg-Vorpommern gebe es insgesamt 16 derartige Gebiete wie in Lübtheen, die stark mit Munitionsrückständen belastet seien. "Da haben wir richtig was zu tun", betonte Mollitor.

Der Bund will deutschlandweit seine Liegenschaften von alter Munition befreien. Früheren Angaben zufolge sind rund 190 Millionen Euro für die Beräumung belasteter Bundesliegenschaften im Nordosten für die kommenden Jahre eingeplant. Davon sollen nun gut 60 Millionen Euro in den kommenden fünf Jahren bereitgestellt werden.

Der Munitionsbergungsdienst ist den Angaben zufolge für die Entsorgung aller Kampfmittel oder sprengkräftige Kriegswaffen zuständig. Das beginnt laut Mollitor bei der mit Schwarzpulver gefüllten Kanonenkugel aus dem Dreißigjährigen Krieg und reiche hin zur Beseitigung von Munition beispielsweise auf Truppenübungsplätzen.

Mollitor appellierte an alle Menschen im Land, beim Fund von Gegenständen, die möglicherweise alte Kampfmittel wie Granaten sein könnten, die Polizei oder die Ordnungsbehörden anzurufen und die Gegenstände nicht anzufassen. Das Risiko einer Verletzung sei zu groß. Der Munitionsbergungsdienst habe immer Teams in Bereitschaft, die sich um solche Gegenstände kümmern.

Quelle: dpa

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