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Mecklenburg-Vorpommern Problemwölfen soll es eher an den Kragen gehen

Das Gesicht eines Wolfs ist zu sehen. Foto: Carsten Rehder/Archiv

(Foto: Carsten Rehder/dpa)

Schwerin (dpa/mv) - Wölfe zu töten, die wiederholt Nutztiere reißen, wird demnächst einfacher. Der Entwurf der Bundesregierung zur Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes hat am Freitag im Bundesrat Zustimmung gefunden. Landwirtschafts- und Umweltminister Till Backhaus (SPD), der nach eigenen Worten die Änderung maßgeblich vorangetrieben hat, sprach von einem wichtigen Tag für die Weidetierhalter in Mecklenburg-Vorpommern und anderen "Wolfsländern".

Die Tötung von problematischen Wölfen werde erleichtert und biete höhere Rechtssicherheit. "Es ist aber nur eine Zwischenetappe. Wir brauchen klare Leitlinien für ein nachhaltiges Wolfsmanagement", sagte Backhaus. Für ihn stehe an erster Stelle der Schutz des Menschen, an zweiter der Wolf als geschützte Art. Aber auch die Weidetierhaltung dürfe nicht unter der Rückkehr des Wolfes leiden.

Der Bundesrat sprach sich daher für eine zusätzliche finanzielle Förderung von Weidetierhaltern aus. Besonders in Regionen, in denen der Wolf etabliert ist, brauchen die Weidetierhalter Backhaus zufolge eine gezielte finanzielle Kompensation für die tatsächlichen Mehraufwendungen, zum Beispiel durch Präventionsmaßnahmen.

Der Bund geht derzeit von 73 Rudeln, fünf Wolfspaaren und zehn Einzeltieren in Deutschland aus. Wölfe leben bislang vor allem in Brandenburg, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern, aber zunehmend auch in Thüringen, Bayern, Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein, Hessen, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen.

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