Mecklenburg-VorpommernPrüfungsaufgaben werden künftig von außen überprüft

Nach dem Skandal um den schlampigen Umgang mit Quellen in einer Abituraufgabe im Fach Geschichte zieht das Bildungsministerium weitere Konsequenzen. Externe Experten sollen die Aufgaben überprüfen.
Schwerin (dpa/mv) - Nach dem schlampigen Umgang mit Zitaten in einer Abituraufgabe im Fach Geschichte in Mecklenburg-Vorpommern 2025 zieht Bildungsministerin Simone Oldenburg (Linke) weitere Konsequenzen. Die Aufgaben für das Fach Geschichte und Politische Bildung sollen künftig einer abschließenden Qualitätskontrolle von außen unterzogen werden.
Dazu wird ein externes Gremium berufen, wie das Bildungsministerium mitteilte. Vergleichbares gebe es bereits für das Fach Mathematik, sagte eine Ministeriumssprecherin der Deutschen Presse-Agentur.
Aufgabenkommission hat Fehler gemacht
Für eine Aufgabe des schriftlichen Abiturs im Fach Geschichte 2025 waren Zitate von einer Webseite genommen worden, an deren Zuverlässigkeit es Zweifel gibt. Das Ministerium räumte ein, dass die Aufgabenkommission versäumt habe, die Sekundärquelle, also die Webseite, auf ihre inhaltliche Korrektheit zu prüfen. Das Ministerium beteuerte aber, das Versäumnis der Aufgabenkommission habe "weder Einfluss auf die Aufgabenbearbeitung durch die Prüflinge noch auf das Gesamtprüfungsergebnis" gehabt.
Qualitätssicherung wird überprüft
Als Konsequenz aus dem Vorfall hatte das Bildungsministerium bereits angekündigt, die Aufgabenkommission neu zu berufen. Außerdem soll künftig in vergleichbaren Prüfungsaufgaben auf Sekundärquellen verzichtet werden. Stattdessen sollen Primärquellen verwendet werden.
Außerdem soll die bisherige Qualitätssicherung der Prüfungsaufgaben in MV überprüft werden. Alle Prüfungen durchlaufen bisher laut Ministerium einen mindestens fünfstufigen Qualitätssicherungsprozess, der zwei Jahre vor dem Prüfungstermin beginne. "Zu diesem Prozess gehören unter anderem eine fachinterne und eine fachfremde Prüfung."
In den naturwissenschaftlichen Fächern sowie in Mathematik, Deutsch, Englisch und Französisch beginnt die Aufgabenentwicklung den Angaben zufolge sogar schon drei Jahre vor dem Prüfungstermin. Daran seien alle 16 Bundesländer sowie Vertreter von Universitäten beteiligt.