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Niedersachsen & BremenStau nimmt zu – norddeutsche Autofahrer verlieren mehr Zeit

20.01.2026, 17:26 Uhr
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Im Stau gefangen: Norddeutsche Autofahrer kämpfen in vielen Städten mit einem immer zäheren Verkehr. Warum Homeoffice-Rückgang und Baustellen die Lage weiter verschärfen.

Hamburg/Bremen/Hannover/Kiel (dpa/lni) - Staus bleiben auch in norddeutschen Städten ein strukturelles Problem. Das geht aus dem aktuellen "TomTom Traffic Index" hervor, der die Verkehrsentwicklung in deutschen Städten für das Jahr 2025 auswertet. Demnach nahmen Staulevel und Zeitverluste in vielen Städten weiter zu, während die durchschnittlichen Reisegeschwindigkeiten sanken.

Deutlich mehr Stau im Großraum Hamburg

Im Großraum Hamburg lag das durchschnittliche Staulevel laut der Analyse bei 39 Prozent und damit deutlich höher als im Vorjahr. Autofahrer verbrachten in der zweitgrößten deutschen Stadt während der Hauptverkehrszeiten insgesamt rund 144 Stunden. Der Stau in Hamburg werde begünstigt durch hohen Pendlerverkehr, Hafenlogistik und begrenzte Kapazitäten im innerstädtischen Straßenraum.

Auch im Großraum Bremen verschärfte sich die Lage: Das Staulevel stieg den Angaben zufolge auf rund 36 Prozent und war damit etwa ein Drittel höher als im Vorjahr. Die Zeitverluste in der Hauptverkehrszeit nahmen in der Hansestadt an der Weser ebenfalls zu.

Hannover ist zentraler Verkehrs- und Pendlerknoten

Für den Großraum Hannover weist der Index ebenfalls eine steigende Belastung aus. Dort lag das durchschnittliche Staulevel 2025 bei 29 Prozent – höher als im Vorjahr. Während der Hauptverkehrszeiten verbrachten Autofahrer insgesamt etwa 104 Stunden auf den Straßen. Die Daten unterstreichen demnach Hannovers Rolle als zentraler Verkehrs- und Pendlerknoten in Norddeutschland.

Eine Ausnahme bildet Kiel: In der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt entspannte sich die Verkehrslage 2025 leicht. Das durchschnittliche Staulevel sank auf rund 28 Prozent, zugleich stiegen die Reisegeschwindigkeiten. Trotz der Verbesserung blieb die Auslastung während der Hauptverkehrszeiten jedoch hoch.

Längere Pendelwege, weniger Homeoffice

Als Ursachen für den anhaltenden Verkehrsdruck nennt TomTom unter anderem längere Pendelwege, eine abnehmende Homeoffice-Nutzung sowie eine hohe Baustellendichte. Hinzu komme ein weiter wachsender Fahrzeugbestand.

Nach Einschätzung des Unternehmens ist kurzfristig keine spürbare Entlastung zu erwarten. Vielmehr müssten sich Autofahrer auch im laufenden Jahr auf hohe Stauwerte einstellen, da Nachfrage und eingeschränkte Straßenkapazitäten gleichzeitig wirkten.

Quelle: dpa

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