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"Sprachlos und entsetzt" Schlägerei legt Notaufnahme in Schweriner Krankenhaus lahm

Ein Blaulicht leuchtet an einer Polizeistreife. Foto: Lino Mirgeler/dpa/Archivbild

(Foto: Lino Mirgeler/dpa/Archivbild)

Entsetzen in den Helios-Kliniken Schwerin: Drei betrunkene Patienten randalieren und verletzen einen Wachmann im Gesicht. Die Angreifer hatte es offenbar gestört, warten zu müssen.

Drei betrunkene Randalierer haben in der zentralen Notaufnahme der Helios Kliniken Schwerin einen Wachmann verletzt. Ein weiterer musste wegen gesundheitlicher Probleme infolge der Aufregung medizinisch behandelt werden. Die Notaufnahme wurde wegen des Zwischenfalls am frühen Mittwochmorgen vorübergehend geschlossen.

Kliniksprecher Christian Becker reagierte fassungslos auf den Zwischenfall. "Ein Übergriff in dieser Art und Weise hat sich bisher in den Helios Kliniken Schwerin noch nicht ereignet", sagte er. "Wir sind sprachlos und entsetzt über die Aggressivität und Gewalt, mit der Menschen angegangen werden, die anderen Menschen mitten in der Nacht medizinisch helfen wollen."

Die Angreifer - zwei Männer und eine Frau - kamen nach Polizeiangaben gegen 2.45 Uhr in die Notaufnahme und wollten sich behandeln lassen. Dabei seien sie von Beginn an durch Pöbeleien gegenüber Wachpersonal, Pflegekräften und Ärzten aufgefallen, so der Kliniksprecher. Im Wartebereich gerieten die drei Asylbewerber schließlich so sehr mit den Wachleuten in Streit, dass sich laut Polizei eine "handfeste Schlägerei" entwickelte. Ein Wachmann wurde dabei den Angaben zufolge mit einem Gegenstand im Gesicht verletzt und eine Treppe hinabgestoßen. Offenbar dauerte den Angreifern die Wartezeit zu lange.

Anschließend verschaffte sich das Trio gewaltsam Zutritt in den Behandlungsbereich der Notaufnahme, deren Türen nur vom medizinischen Personal zu öffnen sind. Patienten und Krankenhauspersonal wurden in Sicherheit gebracht. Die inzwischen eingetroffenen Einsatzkräfte der Polizei überwältigten und fesselten die Angreifer. Durch die Aufregung während der Auseinandersetzung habe ein Wachmann im Anschluss gesundheitliche Probleme bekommen und auch ein in der Aufnahme wartender Patient habe sofort medizinisch betreut werden müssen.

Das Angreifer-Trio war laut dem Polizeisprecher mit einem Taxi aus der Asylbewerber-Erstaufnahmeeinrichtung im Schweriner Stadtteil Stern-Buchholz zu den Helios Kliniken am anderen Ende der Stadt gefahren. Einer wollte sich wegen seiner Drogensucht behandeln lassen, ein weiterer sein Geschlechtsteil wegen angeblich zu viel Verkehrs untersuchen lassen. Sie hatten den Angaben zufolge Atemalkoholwerte zwischen 0,2 und über 1,8 Promille. Zwei wurden in Gewahrsam genommen, einer zurück in die Unterkunft gebracht. Die Polizei ermittelt gegen die drei nun wegen Verdachts der gefährlichen Körperverletzung, Hausfriedensbruchs und Sachbeschädigung.

Die Helios Kliniken kündigten nach dem Angriff an, das Sicherheitskonzept und die Schutzmechanismen in der Zentralen Notaufnahme auf den Prüfstand zu stellen.

Quelle: dpa/mv

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