Mecklenburg-VorpommernStudie: "Pflege-Tsunami" bleibt in MV aus

Der noch vor einigen Jahren erwartete starke weitere Zuwachs an Pflegebedürftigen in Mecklenburg-Vorpommern bleibt einer neuen Studie zufolge wohl aus. Ein Problem hat aber dennoch Bestand.
Schwerin (dpa/mv) - Neue Berechnungen zur Entwicklung der Pflegebedürftigkeit in Mecklenburg-Vorpommern geben Entwarnung. "Es droht kein Pflege-Tsunami", sagte Professor Thomas Klie von der Interdisziplinären Care Forschung GmbH (Freiburg) bei der Vorstellung seiner Untersuchung "Landesplan Pflege Mecklenburg-Vorpommern". Die Studie wurde im Auftrag des Schweriner Gesundheitsministeriums erstellt.
Erwartete man auf Basis des Mikrozensus 2011 noch einen heftigen Anstieg der Zahl der Hochbetagten und in der Folge an Pflegebedürftigen, geht Klie nun auf Grundlage neuer Bevölkerungsvorausberechnungen von einer lediglich moderaten Entwicklung aus. Im Jahr 2040 sollen der Berechnung zufolge 7,6 Prozent mehr Pflegebedürftige als 2023 in MV leben.
Der Mikrozensus von 2022 hatte eine geringere Einwohnerzahl für Mecklenburg-Vorpommern ergeben als zuvor angenommen. In der Folge geht der Forscher davon aus, dass es in der Zukunft auch weniger Hochbetagte und damit Pflegebedürftige geben wird.
Problem Pflegekräfte
Mecklenburg-Vorpommerns Gesundheitsministerin Stefanie Drese (SPD) sagte bei der Vorstellung der Untersuchung, die Zahl der Plätze in Pflegeheimen im Nordosten müsse nicht erhöht werden. Das Ziel sei, die Zahl von aktuell knapp 21.000 Plätzen zu erhalten. Das sei angesichts des Mangels an Pflegekräften schwierig genug. Bereits jetzt könnten nicht alle Pflegeplätze im Land genutzt werden, weil Personal fehle.
Mecklenburg-Vorpommern verfügt nach ihren Worten über ein flächendeckendes Netz an ambulanten Diensten und stationären Einrichtungen. Auch in den ambulanten Pflegediensten gibt es nach ihren Worten Personalmangel. Der Studie zufolge ist der Anteil pflegebedürftiger Menschen in MV an der Gesamtbevölkerung überdurchschnittlich hoch.