Mecklenburg-VorpommernTarifstreit: Warnstreiks an Unikliniken

An den Unikliniken in Greifswald und Rostock laufen wieder Warnstreiks. Die Aktionen beschäftigen auch Arbeitsgerichte. Hintergrund ist der Tarifstreit im öffentlichen Dienst der Länder.
Rostock/Greifswald (dpa/mv) - An den Universitätskliniken in Greifswald und Rostock sind in Teilbereichen erneut Warnstreiks angelaufen. In Greifswald seien die Psychiatrie und die OP-Pflege betroffen. Etwa 30 Mitarbeiter beteiligten sich an den Warnstreiks, sagte ein Sprecher der Gewerkschaft Verdi.
In Rostock seien schätzungsweise 100 Beschäftigte im Warnstreik. Dort habe das Auswirkungen auf die OP-Anästhesie, die Physiotherapie und den Versorgungsbereich, zu dem unter anderem der Sterilisationsdienst, Kurierdienste und die Lagerhaltung zählten.
In Rostock steht der Warnstreik unter Vorbehalt, denn das Arbeitsgericht befasst sich seit dem Vormittag mit einem Antrag der Universitätsmedizin Rostock auf Erlass einer einstweiligen Verfügung gegen die Warnstreiks, die sich bis Freitag hinziehen sollen. Eine außergerichtliche Einigung sei am Montagabend gescheitert, teilte die Unimedizin mit.
"Die Möglichkeit zu streiken ist ein Grundrecht. Mit den fast für die gesamte Woche angekündigten Arbeitsausständen sehen wir die Verhältnismäßigkeit der Streikmaßnahmen im Interesse unserer Patientinnen und Patienten nicht gewahrt", sagte Unimedizin-Sprecher Stefan Menzel. Folgen der Warnstreiks sind unter anderem, dass geplante Operationen verschoben werden müssen.
Tarifrunde geht am 11. Februar weiter
Dem widersprach Verdi-Gewerkschaftssekretär Friedrich Gottschewski. Wenn in Rostock 100 von 3.800 Beschäftigten des nicht-ärztlichen Bereichs im Warnstreik seien, sei das nicht unverhältnismäßig. Solange das Arbeitsgericht nicht anders entscheide, würden die Warnstreiks wie geplant durchgeführt.
In Stralsund hatte sich das Arbeitsgericht mit dem Antrag der Unimedizin Greifswald auf Erlass einer einstweiligen Verfügung beschäftigt, das Gericht wies den Antrag aber teilweise zurück. Laut Verdi können heute und morgen Warnstreiks stattfinden. Über Donnerstag und Freitag soll noch entschieden werden.
Nach Angaben der Unimedizin in Greifswald sieht eine Notvereinbarung vor, dass von den 17 OP-Sälen mindestens 5 betrieben werden. Beim letzten Warnstreik ging die Zahl der betriebenen OP-Säle auf 7 runter. Als Ergebnis mussten auch in Greifswald Eingriffe verschoben werden.
Die Tarifverhandlungen für die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes der Länder gehen 11. Februar in die dritte Runde. Die Gewerkschaften fordern sieben Prozent mehr Gehalt, mindestens jedoch 300 Euro monatlich zusätzlich, um untere Lohngruppen zu stärken. Das lehnen die Arbeitergeber ab.