Sachsen-AnhaltFeinstaub in Sachsen-Anhalt erreicht Spitzenwerte

Feinstaubwerte in Sachsen-Anhalt lagen zuletzt teils doppelt so hoch wie erlaubt. Was die Ursachen sind und wie sich die Belastung auf die Gesundheit auswirkt.
Magdeburg (dpa/sa) - Die winterliche Hochdrucklage hat die Feinstaubbelastung in Sachsen-Anhalt zuletzt deutlich ansteigen lassen. Der EU-Tagesgrenzwert für Feinstaub (PM10) von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft wurde jüngst an mehreren Messstationen an mehreren Tagen in Folge überschritten. Das geht aus Daten von Ende Januar des Lufthygienischen Überwachungssystems des Landes (LÜSA) hervor.
Den höchsten Tageswert verzeichnete demnach am Wochenende vom 23. bis 25. Januar Bernburg mit 101 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Auch in Stendal und Halle lagen die Messwerte in diesem Zeitraum mit knapp 100 Mikrogramm deutlich über dem Grenzwert. Überschreitungen wurden zudem an abgelegenen Stationen gemessen, darunter an der Waldmessstation Zartau in der westlichen Altmark sowie im Unterharz bei Friedrichsbrunn.
Kein Entkommen für Schadstoffe
Ursache seien schwacher Wind und sogenannte Temperaturinversionen, bei denen wärmere Luftschichten über kalter Bodenluft liegen und die Durchmischung der Luft behindern. Abgase und Rauch aus Verkehr und Heizungen könnten sich dadurch in Bodennähe anreichern, hieß es. Nach Niederschlägen gingen die Werte zunächst zurück, bei anhaltend ruhigem Wetter seien jedoch weitere Belastungsspitzen möglich.
Die Stiftung "Gesunde Erde – Gesunde Menschen" weist darauf hin, dass Feinstaub als gesundheitsschädlich gilt, da die Partikel tief in die Atemwege eindringen und Organe belasten können. Nach Einschätzung von Fachleuten zählen Feinstaub und Stickstoffdioxid zu den größten Risiken durch Luftschadstoffe. Zwar seien die bisherigen EU-Grenzwerte in Deutschland zuletzt eingehalten worden, ab 2030 gelten jedoch strengere Vorgaben.
Luftqualität auf einen Blick: Stündlich aktuelle Daten per App
Aktuelle Messdaten zur Luftqualität veröffentlicht das Land stündlich über das Umweltportal und die LÜSA-App.