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Mecklenburg-VorpommernZoll: Eis kein Problem für festgesetzten Tanker "Eventin"

04.02.2026, 16:18 Uhr
Im-Hafen-von-Mukran-unweit-des-Sassnitzer-Stadthafens-ist-der-Betrieb-wegen-der-Eislage-reduziert

Bis zum umstrittenen und festgesetzten Öltanker "Eventin" reicht inzwischen das Eis vor Rügen. Laut zuständiger Behörde ist das kein Problem. Die Versorgung der Crew sei gesichert.

Mukran (dpa/mv) - Für den weiterhin vor Rügen liegenden Öltanker "Eventin" ist die derzeitige Eislage nach Angaben der Generalzolldirektion kein Problem. In der Gegend, in der die "Eventin" liegt, treibe dünnes Trümmereis beziehungsweise Neueis, teilte die Behörde unter Verweis auf Angaben des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) mit. "Dies macht aber größere Schiffe wie die "Eventin" nicht manövrierunfähig", so die Zollbehörde.

"Die Versorgung der Crew ist gewährleistet. Der Zoll steht in direktem Austausch mit der Besatzung." Die Seesicherheit und die Gefährdungslage unterlägen fortlaufender Überprüfung durch die zuständigen Sicherheitsbehörden. "Auch die Verkehrstauglichkeit des Schiffes wurde unter Berücksichtigung der aktuellen Wetterlage durch die zuständigen Behörden sorgfältig geprüft und bestätigt."

Eingeschränkter Betrieb im Hafen von Mukran

Mit 99.000 Tonnen russischem Öl an Bord waren Anfang 2025 alle Systeme der "Eventin" ausgefallen. Das Schiff konnte gesichert werden und liegt seitdem vor Rügen. Eigentlich wollte der Zoll die "Eventin" samt Ladung einziehen und verwerten. Doch entsprechende Verfügungen stoppte zuletzt in zweiter Instanz auch der Bundesfinanzhof (BFH). Es handelte sich dabei nur um ein Eilverfahren. Im Rahmen eines Hauptsacheverfahrens könnte das juristische Tauziehen weitergehen. "Die Prüfung der BFH-Entscheidung dauert noch an", hieß es nun erneut vom Zoll.

Der Küstenabschnitt, vor dem die "Eventin" liegt, ist aktuell weitreichend von Eis bedeckt. Im dortigen Hafen von Mukran herrscht nach Aussage eines Sprechers reduzierter Betrieb. Benötigte Liegeplätze würden von den Schleppern des LNG-Terminalbetreibers Deutsche Regas freigehalten. Diese könnten auch Eis brechen. Der Betrieb des Terminals ist nach Aussage eines Sprechers der Deutschen Regas nicht eingeschränkt.

Ein Sprecher des Übertragungsnetzbetreibers 50Hertz sagte, Techniker könnten aktuell nicht von Mukran aus zu Offshore-Windparks rausfahren. "Da ist alles zugeeist." Im Falle von Störungen könnten aber von Rostock aus Crews zu den Windparks fahren. Die vierteljährigen Wartungsintervalle seien aktuell aber nicht betroffen.

Quelle: dpa

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