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Mecklenburg-VorpommernZweiter Anlauf bei MV-Grünen: Neues Spitzenduo für Wahlkampf

24.01.2026, 15:51 Uhr
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Die Grünen in Mecklenburg-Vorpommern wagen einen Neustart. Sie schicken Claudia Müller und Ole Krüger ins Rennen um den Einzug ins Schweriner Schloss im Herbst. Zuvor gab es eine Stichwahl.

Schwerin (dpa/mv) - Nach schwierigen Wochen ziehen die Grünen in Mecklenburg-Vorpommern mit einem neuen Spitzenduo in den Landtagswahlkampf. Die Bundestagsabgeordnete Claudia Müller wurde auf dem Parteitag in Schwerin mit großer Mehrheit auf den ersten Listenplatz gewählt und von den Delegierten mit langem Applaus und Standing Ovations gefeiert. Die 44-Jährige erhielt 91 der 103 der abgegebenen Stimmen (88 Prozent). Es gab neun Nein-Stimmen und drei Enthaltungen.

Auf dem zweiten Listenplatz ist der Landesvorsitzende Ole Krüger. Er setzte sich in einer Stichwahl mit 61 der 104 abgegeben Stimmen (59 Prozent) durch. Auf den dritten Listenplatz für die Landtagswahl am 20. September wurde Jutta Wegner aus Neubrandenburg als einzige Kandidatin gewählt.

Müller spricht von Neustart

"Ja, die letzten Wochen waren sehr schwierig für uns", sagte Müller. "Und deshalb, hier und heute, markieren wir unseren Neustart." Es sei nun Aufgabe der Partei, eine demokratische Mehrheit im nächsten Landtag zu ermöglichen. "Lasst uns diese Fünf-Prozent-Hürde gemeinsam wieder knacken." Auch Lösungen für den Klimaschutz müssten wieder auf der Agenda stehen.

Müller warnte in ihrer Rede auch vor der Gefahr einer möglichen Regierung mit der AfD für die Menschen, den Klimaschutz und die Unternehmen. "Wenn wir wieder als Fraktion in den Schweriner Landtag einziehen, ziehen Faschisten nicht in die Staatskanzlei."

Knappes Rennen um zweiten Listenplatz

Auch Krüger betonte, wie wichtig es sei, sich gegen die AfD durchzusetzen. "Ich möchte, dass wir die Partei sind, die klar und deutlich sagt: Die Kräfte von gestern haben noch lange nicht die Zukunft dieses Landes in ihren Händen." Man dürfe Weltoffenheit, Meinungsfreiheit und Umweltschutz nicht aus den Augen verlieren, sonst "droht unsere Politik zu einem blinden Streit um Rechthaberei zu werden".

Zunächst hatte es für Krüger im Rennen um den Listenplatz zwei noch schlecht ausgesehen. Seine Konkurrentin Jana Klinkenberg aus Teterow (Landkreis Rostock) hatte zunächst vorn gelegen. Im ersten Wahlgang hatte sie 51 der 102 abgegeben Stimmen erhalten und damit eine Stimme zu wenig für eine Mehrheit. Krüger hatte 47 Stimmen erhalten. Daraufhin gab es eine Stichwahl.

Auf den vierten Listenplatz wählten die Delegierten Sebastian Hüller. Auf Platz fünf und sechs landeten Maya Tischler und René Fuhrwerk.

"Härtester Wahlkampf in der Geschichte"

Zu Beginn des Parteitags hatten die Grünen die alte Kandidatenliste für ungültig erklärt. Die anwesenden Delegierten stimmten mehrheitlich für einen Antrag des Landesvorstands. Man wolle jetzt "geschlossen und motiviert in den wohl härtesten Wahlkampf in der Geschichte unseres Landesverbands ziehen", sagte die Bündnis 90/Grüne-Landesvorsitzende Katharina Horn in Schwerin.

Viele Delegierte hätten sich nach der Listenwahl im September rückblickend nicht ausreichend informiert gesehen, sagte Horn. Auf den Spitzenplatz war damals die Fraktionsvorsitzende Constanze Oehlrich gewählt worden. Ihr wurde in der Fraktion unter anderem Machtmissbrauch vorgeworfen, durch ein Rechtsgutachten sah sie sich entlastet. Oehlrich kandidierte dieses Mal nicht.

Auch Damm kandidierte nicht

Der ehemalige Fraktionsvorsitzende Hannes Damm, der Ende vergangenes Jahr wegen vorgeworfener Vertrauensbrüche aus der Fraktion ausgeschlossen wurde, trat ebenfalls nicht an. "Mein Austausch mit dem Landesvorstand ist auf einem guten Weg. Dennoch habe ich mich entschieden, nicht für die Landesliste zu kandidieren", wie er als Reaktion auf Fragen zu seiner Kandidatur mitteilte. Es gehe nun darum, einen gemeinsamen Weg nach vorn zu finden.

Jüngsten Umfragen von September 2025 zufolge steht der Einzug der Grünen ins Schweriner Schloss auf der Kippe. Sie kämen auf fünf Prozent, was genau die Hürde wäre, um in den Landtag einzuziehen. Bei der Landtagswahl 2021 hatten die Partei 6,3 Prozent der Stimmen erreicht und waren mit fünf Abgeordneten in den Schweriner Landtag eingezogen. Nach dem Ausschluss von Damm aus der Fraktion sind es noch vier Abgeordnete.

Quelle: dpa

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