Niedersachsen & BremenBald Streber? Wie Bremen bei Bildung aufholen möchte

Später Tablets, Theater im Stundenplan und Elterninfos in mehreren Sprachen: Wie Bremen den letzten Platz bei Bildungsstudien hinter sich lassen möchte - und dafür bei anderen Bundesländern spickt.
Bremen (dpa/lni) - Bremens Schülerinnen und Schüler sollen besser werden. Das kleinste Bundesland soll "zum Klassenstreber" werden, kündigte Bremens Bildungssenator Mark Rackles (SPD) an. Seit Jahren schneidet Bremen bei Bildungsstudien im bundesweiten Vergleich am schlechtesten ab - und das soll sich mit einem Maßnahmenpaket nun ändern.
Welche Ziele Bremen erreichen möchte
Nach Vorstellung des Bildungsressorts soll Bremen in den nächsten fünf Jahren messbare Fortschritte machen: 30 Prozent weniger Schülerinnen und Schüler sollen die Mindeststandards in Deutsch und Mathe verfehlen, dafür sollen 30 Prozent mehr die Regel- und die Optimalstandards in beiden Fächern erreichen. Außerdem sollen 30 Prozent weniger Jugendliche die Schule ohne Abschluss verlassen.
Um diese Ziele zu erreichen, hat das Bildungsressort ein Konzept erarbeitet. "Es gibt sieben Handlungsfelder. Wenn wir die optimieren, dann haben wir eine Chance, dass die Lernergebnisse besser werden", meint Rackles. So sollen etwa Kitas und Grundschulen stärker kooperieren, Grundschüler ab der 3. Klasse ein Tablet für den Unterricht bekommen und Schulen verbindliche Ziele vereinbaren.
Was sich Bremen von anderen Ländern abschaut
Dabei nimmt sich Bremen auch ein Beispiel an anderen Ländern: Kinder mit Sprachproblemen sollen wie in Berlin verpflichtend eine Kita besuchen. Grundschulkinder sollen ab 2027 eine Stunde Theater pro Woche haben, um wie in Hamburg spielerisch ihr Deutsch zu verbessern.
Um alle Eltern zu erreichen, möchte Bremen Informationen rund um Kita und Schule künftig in mehrere Sprachen übersetzen. Vorreiter ist in dem Fall Sachsen, wo Elternbriefe in 52 Sprachen herausgegeben werden.
Das Konzept sei ein Vorschlag, der bis Mitte April mit allen Beteiligten diskutiert werden soll. Im Anschluss möchte der neue Bildungssenator mit der Umsetzung beginnen und Gesetze entsprechend ändern.