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Niedersachsen & BremenGesunkenes Binnenschiff aus der Weser geborgen

16.08.2021, 10:49 Uhr
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(Foto: J. Fernando Martinez Lopez/TNN/dpa)

Nach dem Schiffsunglück auf der Weser musste die ganz große Technik ran: Ein riesiger Schwimmkran nahm den Havaristen an seinen Ausleger. Bald kann der Verkehr auf dem Fluss wieder fließen.

Nienburg (dpa/lni) - Ein gesunkenes Binnenschiff auf der Weser ist gehoben und nach Nienburg geschleppt worden. Der vorübergehend gesperrte Abschnitt der Mittelweser sei seit 19.00 Uhr wieder für die Schifffahrt freigegeben, teilte das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes (WSA) Weser in Verden am Montagabend mit. Auf dem Weser-Abschnitt zwischen Nienburg und dem Wehr Drakenburg war der Verkehr seit der Kollision zweier Schiffe am 8. August blockiert gewesen.

Ein riesiger Schwimmkran namens "Triton" und ein Baggerschiff aus den Niederlanden arbeiteten das Wochenende über an dem Havaristen "West Oder 1". Die Fracht von mehr als 600 Tonnen Mais hatte Wasser gezogen und musste auf andere Binnenschiffe umgebaggert werden. Am Sonntagabend nahm der rote Schwimmkran das Binnenschiff an seinen riesigen Ausleger und stabilisierte es im Fluss.

Bis Montag wurde das eingedrungene Wasser abgepumpt. Die "West Oder 1" schwamm auf, die Weser gab den Blick auf das von der Kollision verursachte Leck frei - einen fünf Meter langen und einen Meter breiten Riss in der Schiffswand.

Weil das Leck oberhalb der Wasserlinie lag, brauchte es aber nicht abgedichtet werden. Der Frachter konnte drei Kilometer von der Unglücksstelle bei Marklohe nach Nienburg geschleppt werden. Diese Bergungsarbeiten verliefen schneller als geplant.

Den klaffenden Riss in der Seite hatte sich die "West Oder1", die unter polnischer Flagge fährt, bei der Kollision mit einem entgegenkommenden Schiff zugezogen. Sie waren mit dem Bug zusammengestoßen. Verletzt wurde bei dem Unfall niemand.

Als Unfallursache geht die Polizei von Fahrfehlern beider Besatzungen aus. Gegen die zwei Mann an Bord der "West Oder 1" und einen Schiffsführer des anderen Binnenschiffs wird wegen Gefährdung des Schiffsverkehrs ermittelt. Alkohol oder Drogen seien nicht im Spiel gewesen, teilte die Polizei mit.

Die Sperrung der Weser brachte keinen Stau für andere Binnenschiffe. Sie bedeutete aber tagelange Umwege über den Küstenkanal bei Oldenburg und den Dortmund-Ems-Kanal. Einige Frachten wurden auch auf Lastwagen umgeladen, statt auf dem Wasserweg transportiert zu werden.

© dpa-infocom, dpa:210816-99-857092/4

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