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Niedersachsen & BremenBremer Innensenator bekämpft Werbung für Sportwetten

16.02.2023, 16:23 Uhr
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(Foto: Sina Schuldt/dpa/Archivbild)

Bremen (dpa/lni) - Im Kampf gegen Glücksspielsucht hat Bremens Innensenator die mangelhafte Einhaltung der Werberegeln für Sportwetten kritisiert. Der Glücksspielstaatsvertrag der Länder schränke Werbung nur ein, werde aber oft verletzt, sagte Ulrich Mäurer (SPD) am Donnerstag. "Wir kritisieren, dass nicht einmal diese Mindeststandards eingehalten werden." Mäurer setzt sich für ein komplettes Werbeverbot für Sportwetten ein.

Allerdings sei der Staatsvertrag erst ein Jahr alt, erklärte Mäurer. "Der Weg zu einem Verbot, also zu einer Revision des Staatsvertrags, ist noch lang." Auf der Suche nach Verbündeten sprach der SPD-Politiker mit dem Sucht- und Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Burkhard Blienert.

Unter den Glücksspielsüchtigen wachse die Gruppe derer rasch an, die an Online-Sportwetten hängen, sagte der Glücksspielforscher Tobias Hayer von der Universität Bremen. Das Suchtpotenzial sei hoch, weil diese Spiele jederzeit verfügbar seien, bargeldlos bezahlt werde und es kaum soziale Kontrolle gebe.

Die Zahl der Glücksspielsüchtigen in Deutschland werde auf 1,3 Millionen Menschen geschätzt, sagte der Wissenschaftler. Weitere 3,25 Millionen Leute zeigten ein riskantes Spielverhalten. Berechnet für Bremen bedeute dies 10.000 Glücksspielsüchtige und 26.000 Gefährdete.

Die Werbung vermittle das Zerrbild, dass Sport und Sportwetten zusammengehören, sagte Mäurer. "Viele prominente Fußballer geben auch ihren Beitrag dazu." Das Bewusstsein für die Gefahr sei unterentwickelt. Der Sport verhalte sich "völlig unbedarft". Auch in seiner eigenen Partei und in der Innenministerkonferenz sei es schwierig, mit dem Thema durchzudringen, sagte der Senator.

Quelle: dpa

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