Niedersachsen & BremenEinsatz in Bremer Pflegeheim - Bewohner unterversorgt?

Eine Pflegerin alarmiert die Polizei: Bewohner sollen dehydriert sein. Was steckt hinter den Vorwürfen?
Bremen (dpa/lni) - Einsatzkräfte ermitteln gegen die Leitung eines Bremer Pflegeheims. Sie steht wegen Körperverletzung und Misshandlung von Schutzbefohlenen unter Verdacht, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft bestätigte. Bewohner sollen nicht ausreichend versorgt und teilweise dehydriert sein. Zunächst hatte das Regionalmagazin "buten un binnen" berichtet.
Eine Mitarbeiterin des Pflegeheims hatte am Morgen die Polizei alarmiert, weil sie sich mit der Versorgung der Bewohner alleingelassen fühlte. Der Geschäftsführer der Einrichtung, Michael Müller, weist die Vorwürfe zurück. "Es sind genug Leute im Haus, die die Versorgung sicherstellen."
Momentan seien zwar einige Pflegekräfte krank, sagte Müller. Doch dafür springen Kolleginnen und Kollegen ein, die eigentlich freihaben. "Wir erfüllen den gesetzlichen Stellenschlüssel." Das habe die Heimaufsicht erst vergangene Woche festgestellt und auch heute noch einmal bestätigt. "Unsere Bewohner in den höheren Pflegegraden sind alle gut versorgt."
Die Vorwürfe würden sich "in Schall und Rauch auflösen" und seien für ihn "wirklich null nachvollziehbar", betonte Müller. Demnach leben aktuell 65 Menschen in dem Heim, das Platz für 80 Bewohnerinnen und Bewohner bietet. Der Geschäftsführer stellte sich hinter die Leitung des Hauses und behält sich nach eigenen Angaben rechtliche Schritte vor.