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Niedersachsen & BremenEmdens OB dringt auf Durchbruch bei Außenems-Vertiefung

23.04.2026, 06:31 Uhr
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Der Fluss soll tiefer werden, doch das Planungsverfahren stockt. Rathauschef Tim Kruithoff sagt, es müsse ein Knoten durchschlagen werden. Er hat zwei mächtige Männer im Blick, die das leisten sollen.

Emden (dpa/lni) - Emdens Oberbürgermeister und Gastgeber der Nationalen Maritimen Konferenz, Tim Kruithoff, setzt darauf, dass das Branchentreffen eine Lösung für die seit Jahren stockende Vertiefung der Außenems bringt. "Ich bin wirklich absolut unzufrieden mit dieser Entwicklung", sagte der parteilose Rathauschef der Deutschen Presse-Agentur. "Meine große Hoffnung ist, dass dazu von Nationalen Maritimen Konferenz ein Signal ausgehen wird."

In der Außenems, der trichterförmigen Flussmündung zur Nordsee, soll die Fahrrinne auf einer Strecke von knapp 13 Kilometern bis zum Emder Hafen um einen Meter vertieft werden. Das Land Niedersachsen will so die Erreichbarkeit des Hafens und die damit verbundenen Arbeitsplätze sichern.

Warum das Vorhaben stockt

Die Vertiefung ist seit Jahren in Planung. Doch das Vorhaben kommt kaum voran. Zuletzt prüfte das zuständige Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Ems-Nordsee die 2024 bei der Öffentlichkeitsbeteiligung eingegangenen rund 150 Stellungnahmen. Wann es zu einer möglichen Genehmigung und damit zu ersten Baggerarbeiten in der Ems kommen könnte, ist nicht abzusehen.

Oberbürgermeister Kruithoff hat dafür kaum noch Verständnis. "Ich finde, wenn wir nachweisen wollen, dass unser Staat funktioniert, dann muss man den Menschen nach über 20 Jahren Planungszeit zeigen, dass so ein Verfahren auch mal zu einem Ende kommt und positiv beschieden wird", sagt er. "Sonst verlieren die Menschen den Glauben an das Funktionieren unseres Staates."

Der Rathauschef kritisiert, dass sich das Verfahren immer wieder "verheddere", mal gehe es um eine fehlende Wirtschaftlichkeit, mal um die ökologische Unverträglichkeit der Flussvertiefung. "Diesen Knoten muss einfach jemand durchschlagen", sagt Kruithoff und hofft dafür auch auf eine Abstimmung von Bundes- und Landesregierung bei der zweitägigen Nationalen Maritimen Konferenz, dem Spitzentreffen der maritimen Branche unter Leitung der Bundesregierung kommende Woche in der Seehafenstadt.

"Ich traue es sowohl dem Ministerpräsidenten als auch dem Bundeskanzler zu, dass sie diesen Knoten durchgeschlagen bekommen. Daran werde ich sie messen", kündigt Kruithoff an.

Folgen für die Flussökologie?

Umweltschutzverbände aus Deutschland und den Niederlanden zeigen sich dagegen besorgt. Sie erwarten, dass sich durch eine weitere Vertiefung der ökologische Zustand des Flusses verschlechtern wird. Die Ems leidet seit Jahrzehnten unter einer starken Verschlickung und einem Sauerstoffmangel.

Die Stadt Emden stehe vollständig hinter der Idee, den ökologischen Zustand der Ems zu verbessern, sagt Kruithoff. "Deswegen sind wir dem Masterplan Ems beigetreten und deswegen wollen wir auch, dass Maßnahmen wie die Tidesteuerung umgesetzt werden, um die Flussqualität zu verbessern." Mit der Tidesteuerung des Emssperrwerkes soll weniger Schlick in den Fluss gelangen.

"Aber an dem Fluss wohnen und arbeiten auch Menschen", betont der Oberbürgermeister. Deswegen müsse auch die Ökonomie ihren Platz haben. "Beides muss miteinander in Einklang gebracht werden", sagt Kruithoff. "Wenn das am Ende gelingt, haben alle an der Ems gewonnen – wirtschaftlich VW und die Meyer Werft, aber auch die Ökologie des Flusses."

Quelle: dpa

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