Niedersachsen & BremenFährpreise nach Spiekeroog steigen – andere Inseln warten ab

Spiekeroog-Reisende müssen für die Fähre jetzt tiefer in die Tasche greifen – Grund sind die stark gestiegenen Dieselkosten. Wie sieht es für Fährfahrten zu den anderen Ostfriesischen Inseln aus?
Spiekeroog (dpa/lni) - Wer in nächster Zeit für eine Auszeit auf die ostfriesische Insel Spiekeroog reisen möchte, muss sich auf höhere Ticketpreise bei den Fährfahrten einstellen. Die Nordseebad Spiekeroog GmbH kündigte an, einzelne Fährtarife wegen gestiegener Kraftstoffkosten infolge des Krieges im Iran anzuheben. Andere Fährgesellschaften an der ostfriesischen Nordseeküste prüfen die Lage, wieder andere wollen solche Preissteigerungen unbedingt vermeiden. Ein Überblick:
Spiekeroog erhöht Preise, Langeoog prüft
Eine Hin- und Rückfahrt nach Spiekeroog kostet bei Onlinebuchung für eine erwachsene Person ab sofort 63 Cent und für Jugendliche 27 Cent mehr. Damit würden sich die Preissteigerungen je nach Ticketart in einem "moderaten, niedrigen einstelligen Prozentbereich bewegen", teilte die Nordseebad Spiekeroog GmbH mit. Gestiegene Betriebskosten vor allem beim Treibstoff machten die Preiserhöhungen notwendig. Die Preise für Schiffsdiesel seien im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 50 Prozent gestiegen. Für den Fährbetrieb entstünden dadurch zurzeit zusätzliche Kosten in fünfstelliger Höhe.
Die Inselgemeinde Langeoog, die den Fährverkehr von und zur Insel selbst betreibt, meldete: Alle Optionen bezüglich einer Fahrpreiserhöhung würden derzeit geprüft. Noch gebe es kein Ergebnis. "Die gestiegenen Kraftstoffpreise treffen die Schifffahrt Langeoog in vollem Umfang", sagte eine Sprecherin der Inselgemeinde.
Keine Erhöhung für Baltrum und Wangerooge
Keinen Treibstoffzuschlag plant vorerst die Baltrum-Linie, die den Fährverkehr zwischen dem Festland und der kleinsten ostfriesischen Insel betreibt. "Wir beobachten die Lage aufmerksam und würden nur dann neu kalkulieren, wenn ein länger anhaltender Engpass beim Treibstoff sowie ein außergewöhnlich hoher Einkaufspreis dies zwingend erforderlich machen", teilte die Baltrum-Linie mit. Ziel der Reederei sei es, den Fahrgästen zusätzliche Kosten "so weit wie möglich zu ersparen und dies bei einem unveränderten Fahrplan".
Auch im Fährverkehr von und nach Wangerooge sollen die Ticketpreise der Schifffahrt und Inselbahn Wangerooge (SIW), ein Tochterunternehmen der Deutschen Bahn, vorerst unverändert bleiben. "Aktuell ist nicht geplant, die Preise zu erhöhen", sagte eine Bahnsprecherin. Die Energieversorgung sei für das laufende Jahr weitestgehend gesichert. "Die Entwicklung der Marktpreise schlägt daher kurzfristig nicht voll und unmittelbar durch."
Langfristige Lieferverträge bringen Sicherheit
Eine ähnliche Vorsorge hat auch die Reederei Norden-Frisia getroffen, die mit ihren Fähren die Inseln Juist und Norderney ansteuert. "Um auf Schwankungen bei den Kraftstoffpreisen vorbereitet zu sein, sichern wir einen definierten Teil unseres kalkulierten Jahresbedarfs frühzeitig zu einem Festpreis ab", teilte eine Reederei-Sprecherin mit. Nur für die benötigte Menge an Treibstoff, die darüber hinaus gehe, falle der tagesaktuelle Marktpreis an.
Das schaffe Planungssicherheit und trage dazu bei, Preisentwicklungen besser abzufedern, sagte die Frisia-Sprecherin. "Eine Fahrpreiserhöhung ist aktuell nicht geplant." Gleichzeitig wolle die Reederei weiter daran arbeiten, ihre Flotte unabhängiger von fossilen Energieträgern zu machen. Seit vergangenem Jahr gehört ein E-Katamaran zur Flotte.
Entwarnung gibt auch die AG Ems, die mit Fähren von Emden und Eemshaven zur Insel Borkum fährt. Ein Großteil des jährlich benötigten Gasöls und Flüssigerdgases (LNG) sei durch langfristige Verträge abgesichert, teilte eine Reederei-Sprecherin mit. "Aus diesem Grund sind wir von der derzeitigen Preisentwicklung bislang kaum betroffen." Für die Fahrgäste bedeute das auch in turbulenten Zeiten stabile Ticketpreise.
Zudem sind die Kapitäne der Nordseefähren nach Angaben vieler Reedereien ohnehin angehalten, ressourcenschonend zu fahren. Zusätzliches Einsparpotenzial gibt es im Linienverkehr der Fähren laut Fährunternehmen aber kaum, zum Beispiel, weil Fähren wegen der Gezeiten oder für Bahnanschlüsse am Festland zu bestimmten Zeiten fahren müssen.