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Sachsen-AnhaltZeckensaison beginnt - schon jetzt zahlreiche Infektionen

19.04.2026, 04:03 Uhr
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Mit den ersten warmen Tagen steigt auch das Risiko durch Zecken. Aktuelle Zahlen aus Sachsen-Anhalt zeigen eine deutliche Entwicklung.

Magdeburg (dpa/sa) - Zum Start der Zeckensaison sind in Sachsen-Anhalt bereits zahlreiche Infektionen gemeldet worden. Wie das Landesamt für Verbraucherschutz auf Anfrage mitteilte, wurden bis zum 10. April 163 Borreliose-Fälle registriert. Fälle der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) wurden in diesem Jahr bislang nicht gemeldet. Was Menschen im Land jetzt wissen sollten:

Deutlicher Anstieg bei Borreliose

Ein Blick auf die vergangenen Jahre zeigt eine klare Entwicklung: Die Zahl der Borreliose-Infektionen ist in Sachsen-Anhalt kontinuierlich gestiegen. Wurden 2020 noch rund 500 Fälle gemeldet, waren es 2025 bereits mehr als 1.700. Auch die FSME-Zahlen haben zugenommen, wenn auch auf deutlich niedrigerem Niveau.

Was die Krankheiten auslösen können

Borreliose kann sich zunächst durch grippeähnliche Beschwerden, Müdigkeit und eine typische kreisförmige Rötung um die Einstichstelle bemerkbar machen. Unbehandelt drohen Entzündungen der Gelenke, des Herzmuskels oder des Nervensystems.

FSME verläuft oft zunächst ebenfalls mit grippeähnlichen Symptomen. In schweren Fällen kann es jedoch zu Entzündungen von Gehirn und Hirnhäuten kommen, die bleibende Schäden verursachen oder sogar tödlich enden können.

Mehrere FSME-Risikogebiete im Land

Als FSME-Risikogebiete gelten derzeit der Landkreis Anhalt-Bitterfeld sowie die kreisfreie Stadt Dessau-Roßlau. Zuletzt wurde auch die Stadt Halle neu in die Liste aufgenommen. In diesen Regionen ist das Risiko für eine Infektion erhöht.

Impfquote teils niedrig

Die Impfquote gegen FSME ist nach Einschätzung der Behörden weiterhin ausbaufähig. Nach den jüngsten verfügbaren Daten lag sie in Dessau-Roßlau bei rund 23 Prozent, im Landkreis Anhalt-Bitterfeld bei etwa 17 Prozent. Für einen vollständigen Schutz sind mehrere Impfungen sowie regelmäßige Auffrischungen nötig.

Behörden raten zur Impfung

Die Ständige Impfkommission empfiehlt die FSME-Impfung insbesondere für Menschen, die in Risikogebieten leben oder sich dort viel im Freien aufhalten. Auch beruflich exponierte Personen sollten den Impfschutz prüfen.

Borreliose und FSME werden durch Zecken übertragen. Während Borreliose in der Regel mit Antibiotika behandelt werden kann, gibt es gegen FSME keine ursächliche Therapie - hier schützt nur die Impfung. Zudem raten Fachleute, beim Aufenthalt in der Natur auf lange Kleidung, Insektenschutzmittel und das Absuchen des Körpers nach Zecken zu achten.

Quelle: dpa

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