Niedersachsen & BremenFalsche Liebesversprechen - Betrüger muss ins Gefängnis

Ein 35-Jähriger spielt seinem Opfer eine Liebesbeziehung vor - und betrügt die Frau dann um eine sechsstellige Geldsumme. Am Landgericht Hannover erhält er dafür seine Strafe.
Hannover (dpa/lni) - Mit falschen Liebesversprechen im Internet hat ein 35-Jähriger eine Frau um 165.000 Euro gebracht - und muss nun jahrelang ins Gefängnis. Die Gesamtstrafe für den Mann betrage vier Jahre und drei Monate, sagte eine Sprecherin des Landgerichts Hannover zu dem sogenannten Love-Scamming-Prozess. Verurteilt worden sei er wegen gewerbsmäßigen Bandenbetrugs in neun Fällen, wobei es in einem Fall beim Versuch geblieben sei - im vergangenen Juni war der Mann aus Hamburg der Polizei bei einer fingierten Geldübergabe ins Netz gegangen.
Laut Urteilsbegründung war der 35-Jährige Teil einer perfiden und hoch professionalisierten Bande, die ihre Opfer manipuliert und ihnen psychisch zugesetzt hätten, wie die Sprecherin sagte. Die Geldabflüsse seien oft nach Ghana gegangen. Laut NDR hatte die Staatsanwaltschaft eine Gefängnisstrafe von fünf Jahren und acht Monaten gefordert, die Verteidigung dagegen auf eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und acht Monaten plädiert.
Geldforderungen unter Vorspiegelung falscher Notlagen
Das Kriminalitätsphänomen ist als Love Scamming oder Romance Scamming bekannt. Die Betrügerinnen und Betrüger suchen ihre potenziellen Opfer meist online, etwa auf Dating-Portalen, und überhäufen sie mit Liebesbekundungen. Dann stellen sie unter Vorspiegelung falscher Notlagen Geldforderungen.
Nach früheren Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft hatte die betrogene Frau den heute 35-Jährigen auf einer Internetplattform kennengelernt. Das Opfer wurde demnach schließlich dazu gebracht, dem angeblichen Liebespartner Bargeld und Geldüberweisungen zukommen zu lassen. Als die Versprechungen ins Leere liefen, bemerkte die Frau den Betrug und erstattete Anzeige. Bei einer Geldübergabe klickten dann die Handschellen.