Niedersachsen & BremenFür Krisenfall: Militär und Gesellschaft trainieren zusammen

Bei einer Bedrohung ist nicht nur das Militär gefragt. Eine Krise hätte auch Auswirkungen auf Bevölkerung, Verwaltung, Wirtschaft, Infrastruktur und Versorgung. Deshalb wird in Nienburg geübt.
Nienburg/Weser (dpa/lni) - Mit Soldaten aus 28 Ländern trainiert die Nato derzeit in Nienburg für die Landes- und Bündnisverteidigung. Im Mittelpunkt steht die Zusammenarbeit zwischen Streitkräften und zivilen Akteuren, wie die Bundeswehr mitteilte. In einem Krisenszenario analysieren die Teilnehmer Auswirkungen auf Bevölkerung, Verwaltung, Wirtschaft, Infrastruktur und Versorgung und entwickeln ein umfassendes ziviles Lagebild. Am Samstag informierte sich Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) vor Ort.
Das Szenario orientiere sich an den sicherheitspolitischen Herausforderungen an der Nato-Ostflanke, hieß es. Es handele sich um die größte multinationale Übung der zivil-militärischen Zusammenarbeit im Nato-Rahmen. Simuliert werden nach Angaben der Bundeswehr Auswirkungen hybrider Bedrohungen, Einschränkungen kritischer Infrastruktur sowie die Unterstützung der Verlegung alliierter Streitkräfte durch Europa.
"Ohne eine umfassende zivile Unterstützung ist die Bundeswehr im Kriegsfall nicht durchhaltefähig", sagte Generalleutnant Gerald Funke. Er verantwortet als Befehlshaber des Unterstützungskommandos der Bundeswehr die Zivil-Militärische Zusammenarbeit. Mit rund 55.000 Frauen und Männern handele es sich um den zweitgrößten Organisationsbereich der Bundeswehr und einen entscheidenden Faktor für die Verteidigungsfähigkeit.