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Niedersachsen & Bremen Museum ersteigert Selbstporträt von Wilhelm Busch

Joachim Werren und Gisela Vetter-Liebenow, zeigen ein Porträt von Wilhelm Busch. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

(Foto: Julian Stratenschulte/dpa)

Hannover (dpa/lni) - Das Museum Wilhelm Busch für Karikatur und Zeichenkunst hat ein Selbstporträt des Schöpfers der weltbekannten Lausbuben Max und Moritz ersteigert. Die Federzeichnung war mehr als hundert Jahre lang in Privatbesitz und wird demnächst erstmals der Öffentlichkeit zugänglich, wie Direktorin Gisela Vetter-Liebenow am Donnerstag sagte. Das private Museum in Hannovers Georgengarten verwaltet den Nachlass des 1908 gestorbenen Zeichners, der als Urvater des modernen Comics gilt. Das kleinformatige Bild sei das vielleicht berühmteste, zumindest das am weitesten verbreitete Selbstbildnis von Wilhelm Busch, betonte sie.

Der 1832 in Wiedensahl geborene Künstler karikierte mit bitterbösem Humor die Spießbürger aus seiner dörflichen Umgebung. Das jetzt angekaufte Selbstporträt stammt aus dem Jahr 1894, also aus seiner letzten Schaffensphase. Busch habe damit sein Bild bewusst für die Öffentlichkeit inszeniert, sagte die Museumsdirektorin. Der bärtige Künstler präsentiert sich mit großem Hut, Zigarette und durchdringendem Blick. "Es hat einen gewissen rätselhaften Charakter, eine Aura des Unnahbaren", sagte die Museumsdirektorin.

50 300 Euro kostete das nunmehr 14. Selbstbildnis von Busch in der Sammlung des Museums. Die Summe wurde mit Unterstützung der Ernst von Siemens Kunststiftung sowie privater Förderer aufgebracht. Bei der Versteigerung des Dorotheums in Wien im vergangenen Herbst hatten auch andere Busch-Sammler mitgeboten. Derzeit ist das Museum Wilhelm Busch pandemiebedingt geschlossen.

© dpa-infocom, dpa:210506-99-494223/2

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