Niedersachsen & BremenNach Mord mit 120 Messerstichen: Kommt Täter aus Gefängnis?

Ein brutaler Mord mit 120 Messerstichen – und bald auf freiem Fuß? Ein Gericht muss nun entscheiden, ob von dem Täter noch Gefahr ausgeht.
Verden (dpa/lni) - Wird ein Mann nach einem Mord mit rund 120 Messerstichen bald aus dem Gefängnis entlassen? Darüber entscheidet das Landgericht Verden am Mittwoch (10.00 Uhr). Der Angeklagte hatte im Alter von 18 Jahren seine Kollegin gefesselt und mit mehreren Messern qualvoll getötet.
Der damalige Abiturient hatte als Aushilfe in einem Getränkemarkt in Rethem (Heidekreis) gearbeitet. Dort überfiel er im Herbst 2013 seine Kollegin. Als sich die 23-Jährige wehrte, stach er immer wieder auf sie ein. Die junge Frau verblutete. Nach damaliger Überzeugung des Gerichts war der Angeklagte "in einer Welt der Horror- und Tötungsfantasien" gefangen. Er wurde nach Jugendstrafrecht zu 13 Jahren Haft verurteilt - und zu einer möglichen Sicherheitsverwahrung im Anschluss.
Inzwischen hat der Mörder seine Strafe fast abgesessen und in Haft mehrere Therapien gemacht. Im September könnte er aus dem Gefängnis entlassen werden - wenn das Gericht zu dem Schluss kommt, dass von ihm keine Gefahr mehr ausgeht. Staatsanwaltschaft, Verteidigung und Nebenklage fordern keine Sicherungsverwahrung.