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Niedersachsen & BremenNiedersachsen plant Bau eines maritimen Trainingszentrums

08.03.2026, 04:02 Uhr
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Wenn etwa ein Frachtschiff auf See brennt, rücken oft Spezial-Feuerwehrkräfte vom Festland an. Für ihre Ausbildung soll in Wilhelmshaven eine Übungsanlage entstehen – was dort geplant ist.

Wilhelmshaven (dpa/lni) - Damit Rettungskräfte für Notfälle und Havarien auf der Nordsee besser üben können, plant Niedersachsens Landesregierung den Bau eines modernen maritimen Trainingszentrums. Als Standort sei Wilhelmshaven im Gespräch, teilte das Innenministerium auf dpa-Anfrage mit.

Denn das Trainingsgelände soll zusammen mit der Marine gebaut und genutzt werden – in der Stadt an der Jade liegt der größte Marinestandort der Bundeswehr. Zuvor hatte kürzlich die "Wilhelmshavener Zeitung" über die Pläne berichtet.

Wann das Trainingsgelände entstehen soll und wie viel Geld es voraussichtlich kosten wird, steht nach Angaben des Ministeriums bislang nicht fest. Aktuell wird in Wilhelmshaven nach geeigneten Flächen gesucht. "Für die Deutsche Marine als mitfinanzierende Organisation ist ein direkt an entsprechende Bundesflächen angrenzender Standort erforderlich." Eine Entscheidung über den Standort solle "zeitnah" erfolgen, hieß es.

Was trainiert werden soll

"Im geplanten Trainingszentrum sollen künftig unter anderem Brände, Hilfeleistungen und die medizinische Erstversorgung von Verletzten auf Großcontainerschiffen, Kreuzfahrtschiffen, Autotransportschiffen, Frachtschiffen und Fähren sowie LNG-Brände standardisiert trainiert werden", teilte ein Sprecher des Innenministeriums weiter mit.

Auch Trainings zur Rettung im Watt und bei Ölunfällen sollen in der Anlage möglich sein. "Das geplante Trainingszentrum wird Ausbildungsmöglichkeiten schaffen, die bisher an anderer Stelle nicht oder in zu geringem Umfang oder bisher nur außerhalb von Deutschland zur Verfügung stehen", sagte der Ministeriumssprecher.

Wo bislang geübt wird

Seit 2005 gibt es bei der Feuerwehr Wilhelmshaven eine Anlage mit der speziell Schiffsbrände simuliert und geübt werden können. Doch seit der Inbetriebnahme seien die Herausforderungen für die oft komplexen Einsätze auf See gewachsen, teilte das Innenministerium weiter mit. Die Größe und die Technik von Schiffen etwa habe sich verändert. Für diesen Bedarf soll es das neue Trainingszentrum geben.

Nord- und Ostsee zählten zu den Seegebieten mit der höchsten Verkehrsdichte weltweit, hieß es weiter aus dem Ministerium. "Einsatzkräfte im Bereich der maritimen Notfallvorsorge müssen daher für die bestehenden Szenarien professionell aus- und fortgebildet werden."

In Niedersachsen haben die Feuerwehren in Cuxhaven, Emden, Wilhelmshaven, Brake, Nordenham und Stade speziell für Schiffsbrände geschultes Personal. Wenn es zu großen Schadenslagen, etwa einer Schiffshavarie auf der Nordsee, kommt, kann das Havariekommando in Cuxhaven zudem speziell ausgebildete Kräfte der Berufsfeuerwehren in Cuxhaven, Emden und Wilhelmshaven anfordern und per Hubschrauber an den Einsatzort bringen.

Das Havariekommando, eine Einrichtung des Bundes und der fünf norddeutschen Küstenländer, das große Einsatzlagen auf See koordiniert, begrüßte die Pläne für das Trainingszentrum in Wilhelmshaven. Die Weiterentwicklung sorge für eine noch intensivere Ausbildung und werde letztlich den Einsatzkräften zugutekommen, sagte ein Behördensprecher.

Quelle: dpa

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