Niedersachsen & BremenLinke-Landeschef: Kontakt zu Juden und Palästinensern suchen

Nach der Kritik am Anti-Zionismus-Beschluss seines Landesverbands zieht Niedersachsens Linke-Landeschef Peters eine Lehre aus der Diskussion. Welche Schwächen er einräumt.
Hannover (dpa/lni) - Niedersachsens Linke-Landeschef Thorben Peters spricht sich nach der Kritik an einem Parteitagsbeschluss zum Zionismus für mehr direkten Kontakt zu den Betroffenen im Nahostkonflikt aus. "Die Lehre, die wir aus dieser Diskussion ziehen, ist, nicht abgehoben über theoretische Begriffe zu streiten, sondern mehr in den Austausch mit Juden und Palästinensern zu gehen", sagte Peters der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung".
Er betonte, dass der sowohl von anderen Parteien als auch Teilen der Linken kritisierte Beschluss klar zwischen der jüdischen Bevölkerung und der israelischen Regierung unterscheide. "Gleichwohl gehört zu den großen Schwächen der Formulierung, dass der Eindruck erweckt wird, hier werde das Existenzrecht Israels in Frage gestellt", räumte Peters ein. "Hier nehme ich die Kritik von jüdischen Verbänden sehr ernst, die sich Sorgen machen. Diese Entwicklung bedauern wir sehr."
Hintergrund ist ein Beschluss der niedersächsischen Linken, der sich gegen den "real existierenden Zionismus" richtet. Darin werden auch Vorwürfe angeführt, wonach die israelische Regierung im Gazastreifen einen "Genozid" betreibe und in Israel und den besetzten Gebieten "Apartheid" herrsche.
Zionismus ist eine im 19. Jahrhundert entstandene politisch-religiöse Bewegung mit dem Ziel, einen jüdischen Nationalstaat in Palästina zu errichten.