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Niedersachsen & Bremen Pistorius: Kriminalität wegen Coronavirus stark gesunken

Boris Pistorius (SPD) spricht während einer Pressekonferenz. Foto: Peter Steffen/dpa/Archivbild

(Foto: Peter Steffen/dpa/Archivbild)

Die Corona-Pandemie hat das Land verändert, das gilt auch für die Kriminalität. Doch da gibt es einmal vor allem gute Nachrichten, wenn auch nicht in allen Bereichen. Beim Betrug sieht es anders, doch da hat Niedersachsens Innenminister konkrete Tipps.

Hannover (dpa/lni) - Die Kriminalität ist in Niedersachsen in Zeiten des Coronavirus nach Angaben von Innenminister Boris Pistorius (SPD) in fast allen Bereichen stark gesunken. "Ein mit der aktuellen Situation vergleichbares Szenario hat es in der Geschichte Niedersachsens noch nicht im Ansatz gegeben", sagte er. Das wirke sich auch auf die Kriminalität und die Arbeit der Polizei aus.

"Insgesamt gibt es bisher weniger Kriminalität, aber hier muss man differenzieren", betonte Pistorius in Hannover. "Das öffentliche Leben ist weitestgehend runtergefahren." Geschäfte und Restaurants seien geschlossen, die Fußgängerzonen praktisch leer, die meisten Menschen blieben daheim. "Damit bieten sich auch weniger Tatgelegenheiten", erklärte Pistorius.

"Im Bereich der Einbruchskriminalität haben wir in der vergangenen Woche im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang von knapp über 50 Prozent registriert", sagte dazu eine Sprecherin des Landeskriminalamtes. Beim einfachen Diebstahl seien es mehr als 70 Prozent. Beim Taschendiebstahl liege der Rückgang sogar bei über 90 Prozent, im Bereich der Körperverletzungsdelikte bei über 45 Prozent.

Allerdings sei bei Betrugsstraftaten eine Zunahme erkennbar, teilte die Sprecherin weiter mit. "Betrüger haben ihre Maschen den aktuellen Gegebenheiten angepasst und nutzen die Unsicherheit der Bevölkerung im Zusammenhang mit dem Thema Corona aus, um daraus Profit zu schlagen", warnte sie. "Auf unserer Homepage www.polizei-praevention.de warnen und klären wir über die uns bekannten Betrugsmaschen auf."

"Es gibt etwa Fakeshops im Netz, die suggerieren, noch einen Vorrat an Atemschutzmasken zu haben", sagte dazu Pistorius. "Wer hier einkauft, ist sein Geld oft ohne Gegenleistung los." Zudem seien diverse Phishingmails im Umlauf, die vermeintlich von der Arbeitsagentur stammen oder die eine finanzielle Soforthilfe anbieten und mit denen Daten abgegriffen werden sollen. "Darum ist meine dringende Bitte, gerade bei Geschäften im Internet oder Mails mit Angeboten vorsichtig zu sein und nur dort zu kaufen, wo man sich sicher sein kann, dass das Angebot seriös ist", riet der Politiker. Opfer sollten die Taten auch zur Anzeige bringen.

"Die starke Präsenz der Polizei Niedersachsen in den sozialen Medien zahlt sich in der aktuellen Ausnahmesituation aus", meinte Pistorius. "Vor allem die jüngere Bevölkerung können wir über die Accounts bei Facebook, Instagram und Twitter zielgerichtet erreichen."

Dabei sei die 14. Kalenderwoche des laufenden Jahres mit der 14. Woche des Vorjahres verglichen worden, erklärte die Sprecherin. Die Daten würden täglichen Schwankungen unterliegen und immer nur eine Momentaufnahme widerspiegeln, betonte sie einschränkend. Schon in der 13. Kalenderwoche habe sich in Niedersachsen eine Abnahme in fast allen Bereichen abgezeichnet.

"Auch im Bereich der häuslichen Gewalt ist eine Zunahme nicht festzustellen", sagte die LKA-Sprecherin. Dabei sei es aber besonders schwer, von den bekannt gewordenen Fällen auf die Dunkelziffer zu schließen. "Ein besonderer Fokus liegt insofern aktuell auf einer diesbezüglichen Beobachtung des Dunkelfeldes", betonte sie.

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