Niedersachsen & Bremen"Schneeberge in allen Ecken" – Nordseeinseln eingeschneit

Der Fährverkehr gestoppt, die Straßen menschenleer – allein der Winterdienst kämpft sich auf Wangerooge, Spiekeroog und Co. durch den Schneesturm. Wie Insulaner mit dem Extremwetter umgehen.
Norderney/Spiekeroog/Wangerooge (dpa/lni) - Die Ostfriesischen Inseln sind mächtig eingeschneit – vielerorts liegt eine dicke Schneeschicht, und es weht ein kräftiger Ostwind. "Unser Winterdienst ist die ganze Zeit unterwegs. Das ist natürlich stellenweise aussichtslos", sagte Wangerooges Kurdirektorin Rieka Beewen der Deutschen Presse-Agentur. Je nach Windrichtung seien manche Ecken sofort wieder zugeweht.
Die Inseln Juist, Norderney, Langeoog, Spiekeroog und Wangerooge sind heute vom Festland weitgehend abgeschnitten. Der Fährverkehr wurde wegen niedriger Wasserstände infolge des starken Ostwindes eingestellt.
Die Schneemengen seien auf Wangerooge "schon außergewöhnlich", sagt Beewen. "Das hatten wir Jahre oder gar Jahrzehnte nicht mehr." Viele Insulaner blieben zu Hause. Das sei auch von der Inselgemeinde empfohlen worden. "Wir haben tatsächlich Schneesturm mit Böen der Windstärke 10 seit heute morgen durchgehend", sagt die Insulanerin am Freitagmittag. "Wir haben kleine Schneeberge in allen Ecken."
Auch Spiekeroog und Norderney versinken im Weiß
Auch eine Insel weiter westlich auf Spiekeroog herrscht am Freitag dichtes Schneetreiben. Auf Straßen und Wegen von Spiekeroog gebe es schon einige Schneeverwehungen, sagt Anika Riechmann, Mitarbeiterin der Inselgemeinde. "Das ist auch gerade das, was uns am meisten beschäftigt." Die Feuerwehr hilft, die Wege freizuräumen. "Ich sehe hier kaum Fußgänger auf den Straßen. Es ist nur unser Räumdienst, der hier Runde für Runde dreht." Denn es sei wichtig, die Straßen als Rettungswege freizuhalten.
Auf Norderney schneit es so heftig, dass die Sicht zeitweise stark eingeschränkt ist. "Es ist alles weiß", sagte ein dpa-Fotograf auf der Insel. Auf den Inselstraßen seien nur wenige Menschen unterwegs. Wetterbedingte Notfälle registrierte die Polizei in Aurich für die Inseln bis zum Mittag nicht.
Wie die Insulaner reagieren
Trotz der Schneemassen, die gerade für die Nordseeküste und die Inseln nicht alltäglich sind, bleiben die Insulaner gelassen. Viele hätten sich vorher mit den nötigsten Einkäufen eingedeckt, erzählt Wangerooges Kurdirektorin Beewen. Eigentlich müsse niemand vor die Tür. Zu Fuß sei alles auch noch erreichbar. "Und wenn das mal zehn Minuten länger dauert, dann ist das halt so", sagt sie. "Es ist halt Winter." Und auch auf Spiekeroog ist man gelassen: "Ich denke nicht, dass wir dem Wetter gegenüber kapitulieren müssen", sagt Gemeindemitarbeiterin Riechmann.