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Niedersachsen & BremenSpiegelglatte Straßen bremsen Verkehr in Niedersachsen aus

23.01.2026, 14:42 Uhr
Bei-vereisten-Strassen-wurde-fuer-viele-Autofahrer-in-Niedersachsen-das-Lenken-zur-Gluecksache

Spiegelglatte Straßen im westlichen Niedersachsen führen zu teils katastrophalen Verkehrsverhältnissen. Überwiegend bleibt es bei Blechschäden - aber in Lohne wird ein Autofahrer schwer verletzt.

Hannover (dpa/lni) - Der Eisregen kam und auf vielen Straßen in Niedersachsen ging gar nichts mehr. Vor allem im Westen des Landes zählte die Polizei Hunderte von Glatteis-Unfällen. Spiegelglatte Straßen sorgten für Dauereinsätze für die Einsatzkräfte, auch Streu- und Räumfahrzeuge waren pausenlos unterwegs.

Am frühen Nachmittag nahm die Zahl der Unfallmeldungen ab. "Unser Eindruck: das Gröbste ist vorüber", sagte ein Sprecher der Polizeidirektion Osnabrück. Meist blieb es bei Blechschäden, in einigen Fällen wurden Menschen leicht verletzt. Ein Autofahrer in Lohne (Landkreis Vechta) wurde schwer verletzt.

Hunderte von Unfällen

Allein im Bereich von Stadt und Landkreis Osnabrück seien zwischen 4.00 Uhr und 11.00 Uhr 200 Unfälle gemeldet worden, sagte ein Sprecher der Polizeiinspektion: "Das ist eine absolute Extremlage." In den Landkreisen Emsland und der Grafschaft Bentheim habe es in der Zeit 169 Verkehrsunfälle gegeben, sagte eine Sprecherin.

Zum Teil hätten die Menschen nach Unfällen stundenlang auf Einsatzkräfte warten müssen. "Es war teilweise gar kein Hinterherkommen mehr", berichtete die Polizeisprecherin. Das habe vor allem an der hohen Zahl von Unfällen gelegen, aber auch daran, dass auch die Polizei mit den schwierigen Straßenverhältnissen zu kämpfen hatte.

Autobahn 31 in Ostfriesland Unfallschwerpunkt

Im Landkreis Leer war vor allem die Autobahn 31 ein Unfallschwerpunkt. Dort kam nach Polizeiangaben zwischen den Anschlussstellen Leer-Ost und Leer-Nord ein Lastwagen ins Rutschen und stellte sich quer. Auch auf dem Autobahnabschnitt weiter nördlich zwischen Riepe (Landkreis Aurich) und Neermoor (Landkreis Leer) kam es zu mehreren Unfällen. Die Autobahn wurde deshalb dort von Emden in Richtung Leer gesperrt.

Auswirkungen hatte der Eisregen auch auf den Unterricht: In der Stadt und im Landkreis Osnabrück, in der Grafschaft Bentheim und im Emsland fiel der Unterricht an den berufsbildenden Schulen aus, der Landkreis Vechta meldete allgemein einen witterungsbedingten Schulausfall.

Schwerverletzter in Lohne

Auch die Polizei im Landkreis Oldenburg warnte morgens vor extremer Straßenglätte, vor allem im Raum Wildeshausen, Großenkneten, Ahlhorn und auf der Autobahn 1 - es habe viele Unfälle gegeben.

In den Landkreisen Cloppenburg und Vechta kam es seit dem Morgen zu mehr als 100 Verkehrsunfällen. Mehrere Menschen wurden verletzt, einer von ihnen schwer. Meistens blieb es jedoch bei Blechschäden, wie die Polizei mitteilte.

Bei Lohne kollidierten zwei Fahrzeuge, ein Auto rutschte dabei in den Straßengraben. Der Fahrer erlitt laut Polizei schwere Verletzungen.

Lage weiter kritisch

Die Polizei schätzte die Situation in beiden Landkreisen weiterhin als kritisch ein. Es kommt zu etlichen Verkehrsbehinderungen aufgrund liegen gebliebener Fahrzeuge. Insbesondere der Schwerlastverkehr ist von den winterlichen Verhältnissen betroffen, wie die Polizei weiter mitteilte.

Nach Einschätzung von Meteorologen müssen sich Autofahrer und andere Verkehrsteilnehmer auch in der kommenden Nacht und am Samstag auf gefährlich glatte Straßen einstellen. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) erwartet für bestimmte Teile Niedersachsens erneut spiegelglatte Straßenverhältnisse durch Eisregen – der auch unwetterartig sein kann.

Glatteisgefahr bleibt bestehen

Grund sei ein Niederschlagsgebiet, das von Südwesten kommend aus NRW und den Niederlanden nach Niedersachsen reinziehe, sagte ein DWD-Meteorologe. "Dort kann es wieder zu Regen kommen, der auf gefrorenem Boden gefriert – also Eisregen." Ab etwa 2.00 Uhr an in der Nacht zum Samstag könne der Regen einsetzen und bis zum Vormittag andauern.

Von Eisregen betroffen seien in den frühen Morgenstunden voraussichtlich unter anderem die Grafschaft Bentheim und das Oldenburger Münsterland, sagte der Meteorologe. "In diesem Gebiet ist die Wahrscheinlichkeit am höchsten, dass noch einmal eine Unwetterlage auftritt. Da muss man sehr aufpassen."

Wieder der Westen Niedersachsens betroffen

Der Deutsche Wetterdienst gab am Freitagmittag entsprechende Vorabinformationen für eine Unwettergefahr durch Glatteis im Zeitraum zwischen Samstag 0.00 Uhr und 12.00 Uhr heraus. Sie gelten für die Kreisgebiete oder Teile der Kreise:

  • Landkreis Emsland

  • Landkreis Grafschaft Bentheim

  • Landkreis und Stadt Osnabrück

  • Landkreis Vechta

Weiter nördlich Richtung Ostfriesland, im Bremer Raum bis zur Weser soll der Niederschlag am Vormittag ankommen und als Schnee fallen. Zwischen einem und drei Zentimeter Neuschnee sind der Vorhersage zufolge möglich. In diesen Regionen könne der neue Schnee ebenfalls für glatte, winterliche Straßenverhältnisse sorgen, sagte der DWD-Meteorologe. In der Osthälfte Niedersachsens soll es am Samstag dagegen trocken bleiben.

Quelle: dpa

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