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Niedersachsen & BremenSpielbanken schränken wegen Warnstreiks Betrieb ein

10.02.2026, 18:34 Uhr
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Warnstreik in den niedersächsischen Spielbanken: Gäste müssen mit geschlossenen Türen und verkürzten Öffnungszeiten rechnen. Was steckt hinter dem Tarifkonflikt mit der neuen Betreiberin?

Hannover (dpa/lni) - Nach der Übernahme der Spielbanken in Niedersachsen durch die Merkur-Gruppe droht dem neuen Betreiber am Mittwoch ein Warnstreik der Mitarbeiter. In der gerade laufenden Tarifrunde ruft die Gewerkschaft Verdi die 430 Beschäftigten der Spielbanken zum Ausstand auf. Gäste müssten mit eingeschränkten Öffnungszeiten, reduziertem Spielangebot und geschlossenen Spielbanken rechnen, hieß es bei der Gewerkschaft. In Hannover ist am Vormittag eine zentrale Kundgebung geplant.

Die betroffenen Spielbanken schränken wegen des Ausstandes ihre Öffnungszeiten an allen Standorten in Niedersachsen deutlich ein, wie der Betreiber der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. In Hannover öffnet die Spielbank am Mittwoch demnach erst um 12 Uhr, in Bad Zwischenahn, Seevetal, Göttingen und Braunschweig erst um 18 Uhr. Bad Bentheim, Bad Pyrmont, Osnabrück, Wolfsburg und Norderney bleiben am Mittwoch ganz geschlossen.

Einen Tag vor der nächsten Verhandlungsrunde am Donnerstag erhöht Verdi damit den Druck auf den Arbeitgeber. Die Gewerkschaft fordert für die Beschäftigten der Merkur Spielbanken Niedersachsen GmbH eine Entgelterhöhung von sieben Prozent, die Einführung von Urlaubs- und Weihnachtsgeld, sowie bezahlte Pausen für alle Beschäftigten. Der Arbeitgeber lehnt das als zu hoch ab.

Annäherung in zweiter Verhandlungsrunde

Die Verhandlungen laufen seit Anfang Januar. In der zweiten Verhandlungsrunde Ende Januar habe es zwar eine Annäherung und danach ein zweites Angebot der Arbeitgeberseite gegeben, hieß es bei der Gewerkschaft. Bei der Entgeltsteigerung liege man aber noch weit auseinander.

Es sei zu begrüßen, dass beim Arbeitgeber die Bereitschaft bestehe, "mit uns über Gehalt, Weihnachts-/Urlaubsgeld und ein Ende der gekappten Zeitzuschläge zu verhandeln", sagte Verdi-Verhandlungsführerin Martina Haack laut Mitteilung. "Wir schauen allerdings auch auf die Entgeltsteigerungen, von denen wirklich alle Beschäftigten profitieren. Und da liegen wir einfach noch auseinander."

Die Merkur-Gruppe reagierte mit Unverständnis auf den geplanten Ausstand. Obwohl die Gespräche nach Unternehmensangaben konstruktiv und auf Augenhöhe geführt würden, rufe Verdi die Mitarbeiter nun bereits nach zwei Tarifrunden zur Arbeitsniederlegung auf.

Merkur will Millionen investieren

"Wir respektieren das Streikrecht unserer Mitarbeitenden und schätzen ihr Engagement sehr", sagte Merkur-Casinos-Vorstand David Schnabel. Gleichzeitig müsse das Verhandlungsergebnis wirtschaftlich tragfähig sein, gerade weil Merkur als neuer Gesellschafter Investitionen in Millionenhöhe tätigen müsse. "Vor diesem Hintergrund sind die aktuellen Forderungen der Gewerkschaft aus unserer Sicht zu hoch." Alle Verdi-Forderungen zusammen würden nach Berechnungen der Merkur-Gruppe zu Mehrkosten von rund 15,5 Prozent innerhalb eines Jahres führen.

Lizenzstreit vor Gericht verzögert Übernahme

Die Merkur-Gruppe hatte die niedersächsischen Spielbanken mit ihren zehn Standorten am 1. Juli 2025 übernommen. Um die Lizenzerteilung hatte es zuvor einen Rechtsstreit mit der unterlegenen Spielbanken Niedersachsen GmbH (SNG) gegeben. Die einst landeseigene SNG war seit 1995 Betreiberin der Spielbanken in Niedersachsen. 2005 war das Unternehmen privatisiert worden.

In der Ausschreibung 2024 war die SNG dann aber unterlegen, den Zuschlag erhielt Merkur. Eine Klage der SNG dagegen blieb am Ende erfolglos. Sie verzögerte aber den Wechsel. Im vergangenen Sommer einigen sich SNG und Merkur dann auf eine Übernahmevereinbarung für die Standorte und deren Belegschaften.

In Niedersachsen werden zehn Standorte betrieben, darunter klassische Spielkasinos in Hannover, Braunschweig, Bad Zwischenahn und Osnabrück sowie Automatenkasinos in weiteren Städten.

Quelle: dpa

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