Niedersachsen & BremenStörche trotzen Winterwetter - Sorge um Fridolins Partnerin

Sie gelten als Frühlingsboten. Störche kehren laut Experten aber seit Jahren auch bei Winterwetter schon zurück in den Norden. Manche Vögel sparen sich die kräftezehrende Reise mittlerweile ganz.
Hannover (dpa/lni) - Trotz der anhaltend winterlichen Temperaturen kehren vielerorts Weißstörche zurück in den Norden. In der Wesermarsch, in Celle und Hannover seien bereits frühe Rückkehrer gesichtet worden, teilte der Nabu mit. Der Naturschutzbund geht davon aus, dass inzwischen mehrere hundert Brutpaare den Sommer in Niedersachsen verbringen - mit regional teils steigender Tendenz.
Fridolin kommt seit fast 20 Jahren nach Leiferde
Der wohl bekannteste Storch des Landes ist "Fridolin", weil das Artenschutzzentrum Leiferde im Landkreis Gifhorn seit mehreren Jahren über das Tier berichtet. Seit einigen Tagen ist auch Fridolin zurück und verbringt nach Angaben des Nabu nun das 19. Jahr in Folge an seinem angestammten Brutstandort. "Inzwischen dürfte der erfahrene Storch Mitte bis Ende zwanzig sein", sagte Bärbel Rogoschik vom Artenschutzzentrum. Über eine "Storchen-Cam" lässt sich der Alltag des Tieres im Internet verfolgen.
In diesem Jahr sei die Sorge vor der Rückkehr groß gewesen, berichtete Rogoschik. Denn viele der niedersächsischen Störche überwintern ihr zufolge in der Nähe von Madrid. Nach einem Winter mit zahlreichen Ausbrüchen der Vogelgrippe in Spanien, bei denen hunderte Störche verendeten, fürchteten die Mitarbeiter um Fridolin. Zwei weitere Weißstörche waren schon zuvor an den anderen Nisthilfen des Zentrums eingetroffen.
Wegen Vogelgrippe: Sorge um Störchin Mai
Nach seiner Ankunft gönnte sich Fridolin eine Ruhepause im Nest und sammelte Kräfte für die kommende Brutsaison. Die Storchenmännchen warten laut Rogoschik nun auf die Ankunft der Weibchen. Dafür hoffen sie beim Artenschutzzentrum, dass auch Fridolins langjährige Partnerin "Mai" wieder den Weg nach Leiferde findet. Wegen der Vogelgrippe gebe es die Sorge, dass ihr etwas zugestoßen sein könnte.
Die anhaltende Kälte mit Schnee oder auch Eisregen macht den Tieren nach Angaben des Nabu nicht viel aus. "Die haben ja ihr Federbett praktisch um sich", sagte Expertin Rogoschik. Die Vögel könnten Wärme auch gut speichern. Wichtiger sei das Nahrungsangebot. Die Störche müssen Mäuse, Schnecken oder Würmer finden. "Eine geschlossene Schneedecke wird dabei zum Problem", sagte Rogoschik.
Störche kehren früher zurück oder bleiben ganz
Seit mindestens zehn Jahren gebe es die Beobachtung, dass Störche bereits im Februar zurückkehren, teilte der Nabu weiter mit. Dieser Trend habe sich in den vergangenen Jahren verstetigt. "Die Tiere passen sich zunehmend flexibel an veränderte Nahrungsangebote und klimatische Bedingungen an", sagte ein Nabu-Sprecher.
Wo genau einzelne Tiere überwintern, lasse sich in den meisten Fällen nicht eindeutig sagen. Nur wenige Störche sind laut Nabu mit Sendern ausgestattet und nicht alle tragen einen Ring. Einige Störche seien in den vergangenen Jahren bereits als Überwinterer in Nestnähe geblieben. "Sie sparen sich die kräftezehrende Reise und bleiben in der Nähe ihres angestammten Brutplatzes", sagte Rogoschik. Nahrung finden sie dann unter anderem auf Mülldeponien.