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Niedersachsen & BremenWie sieht Niedersachsens Untergrund aus? Neue 3D-Karte

21.04.2026, 05:01 Uhr
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Hunderte Meter unter Niedersachsen verlaufen eiszeitlichen Rinnen gefüllt mit Sand oder Kies. Ein neues 3D-Kartenmodell zeigt, wo die Rohstoffe liegen – damit kann jeder online in die Tiefe gehen.

Hannover (dpa/lni) - Wie sieht es im Untergrund unter Niedersachsen aus – wo liegen Vorkommen von Kies, Sand und Ton oder Grundwasserreservoirs? Einblicke in den Boden, und zwar mehrere hundert Meter tief, gibt eine neue, dreidimensionale Karte, an der Experten des Landesamts für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) arbeiten. Ein erster Kartenausschnitt für den Nordwesten Niedersachsens ist nun im Internet veröffentlicht worden.

Das 3D-Modell soll nicht nur Fachleuten aus Wirtschaft, Wissenschaft oder von Behörden dienen, wenn es zum Beispiel um die Suche oder den Abbau von Rohstoffen gehe, sagte ein LBEG-Sprecher. Vielmehr soll jede und jeder den Untergrund erkunden können. Grundsätzlich sei die Lage vieler Rohstoffvorkommen auch bekannt, sagte der Sprecher weiter. Diese Datenbasis sei aber rund 30 Jahre alt. Das neue 3D-Modell soll auch eine bessere Auflösung liefern.

Großer Datenschatz

"Um das 3D-Modell zu erstellen, werten wir eine Vielzahl von Daten aus", sagt Janine Meinsen, die das Projekt beim Bergbauamt betreut. Allein rund 451.000 Bodenbohrungen aus den vergangenen Jahrzehnten sollen landesweit ausgewertet und in die Karte einfließen. "Hinzu kommen tausende 2D- und hunderte 3D-seismische Daten, die aus der jahrzehntelangen Suche nach Öl und Gas in Niedersachsen stammen und jetzt wertvolle Hinweise für viele Fragestellungen geben", sagt die Geowissenschaftlerin.

Geprägt wurde der Untergrund unter Niedersachsen durch die Kaltzeiten der vergangenen Jahrhunderttausende. In der sogenannten Elster-Eiszeit etwa vor 320.000 bis 400.000 Jahren hat ein mächtiger Eisgletscher durch Schmelzwasser ein komplexes Netz aus tiefen Rinnen in Teilen des Landes hinterlassen – teils reichen sie mehr als 400 Meter in die Tiefe. Sand, Kies und Ton aus dem Gletscher lagerten sich im Laufe der Zeit darin ab.

"Die genaue Kenntnis ihrer Lage und Ausdehnung ist nicht nur für das Wissen um Grundwasservorkommen und die Rohstoffgewinnung wichtig", teilt das LBEG mit. Auch bei der Planung von Bohrungen, beispielsweise für die Gewinnung von Erdwärme, seien diese geologischen Strukturen von Bedeutung.

Quelle: dpa

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