Niedersachsen & BremenWirtschaft stöhnt unter Dienstreisen-Bürokratie

Hannover (dpa/lni) - Die niedersächsische Wirtschaft hofft nach der Europawahl auf weniger Bürokratie bei Dienstreisen ins EU-Ausland: Kurzfristige Reisen werden derzeit noch von einer Bescheinigung erschwert, die beim Kampf gegen Sozialbetrug innerhalb der EU helfen und Schwarzarbeit unterbinden soll. Seit der Einführung strenger Kontrollen und empfindlicher Bußgelder sorgt die bisher kaum beachtete Verordnung aus dem Jahr 2010 demnach für erhebliche Unruhe. "Das ist mittlerweile für die heimische Wirtschaft ein großes Problem und drückt auch auf die Personalkosten", sagte Tilman Brunner von der Industrie- und Handelskammer Niedersachsen (IHKN). Die Bescheinigung soll den Arbeitnehmern bei deren Auslands-Beschäftigung die Absicherung durch die Sozialversicherung des Heimatstaats bestätigen.
Auch von den niedersächsischen Metallarbeitgebern sowie den Unternehmerverbänden (UVN) wird über große Verunsicherung der Betriebe berichtet. "Alle sind bei dem Thema hochnervös und rennen uns auf der Suche nach Informationen die Tür ein", betonte NiedersachsenMetall-Sprecher Christian Budde. Problematisch wird es etwa bei Monteuren oder Messe-Ausstellern, die mehrfach zu Kurzreisen ins Ausland müssen. Denn die sogenannte A1-Bestätigung gilt nur jeweils für eine Reise - bei jeder neuen muss eine weitere beantragt werden. Und das kann laut den Verbänden bis zu drei Tage dauern.
Tagesordnung des Landtags
IKK zur A1-Bescheinigung
NiedersachsenMetall zu A1-Bescheinigungen
YouTube-Video zu A1-Bescheinigungen bei Entsendungen