Nordrhein-WestfalenADAC: Autofahrer stehen am Warnstreiktag länger im Stau

Die Schranken bleiben unten. Busse und Bahnen stehen den ganzen Tag in den Depots. Wer das Auto nimmt, sollte Stoßzeiten vermeiden.
Köln (dpa/lnw) - Der Warnstreik im Nahverkehr und mehrere Unfälle haben zu Wochenbeginn viele Autofahrer im Berufsverkehr auf eine Geduldsprobe gestellt. Zwar hätten sich die Zahl der Staus und die Staulänge am Morgen auf einem ähnlichen Niveau wie zu Beginn der Vorwoche bewegt. "Allerdings stehen die Menschen länger im Stau", sagte ADAC-Sprecher Thomas Müther. "Der Warnstreik macht sich bemerkbar insbesondere in Ballungsräumen."
Nach den Daten des ADAC gab es am Montagmorgen kurz vor 8.00 Uhr mehr als 500 Kilometer Stau und zähflüssigen Verkehr auf den Autobahnen in Nordrhein-Westfalen. Der Zeitverlust habe im Einzelfall bis zu einer Stunde betragen. Der ADAC-Sprecher verwies dabei auch auf Unfälle wie auf der A3 zwischen Leverkusen und dem Kreuz Hilden sowie auf der A40. Unfälle hätten im morgendlichen Berufsverkehr besonders große Auswirkungen.
Auf der Übersicht des NRW-Verkehrsministeriums waren gegen 8.00 Uhr viele rote Zahlen gerade in den Ballungsräumen zu sehen, die den Zeitverlust darstellen.
Angesichts des Warnstreiks rät der ADAC Fahrten zu Stoßzeiten zwischen 7.00 und 9.00 Uhr und 16.00 bis 18.00 Uhr nach Möglichkeit zu vermeiden. Wie stark sich der Warnstreik im öffentlichen Nahverkehr auf die Verkehrslage auswirkt, hängt laut ADAC entscheidend davon ab, wie viele Arbeitnehmer sich auf den Streik einstellen und gegebenenfalls auch im Homeoffice arbeiten können.
Schulpflicht besteht
Das NRW-Schulministerium hat auf die Schulpflicht hingewiesen. "Bei im Vorfeld angekündigten Ereignissen wie einem Streik des öffentlichen Nahverkehrs besteht die Verpflichtung zur Teilnahme am Unterricht auch weiterhin", hatte das Ministerium auf der Plattform Facebook erklärt. Eltern müssten deshalb dafür Sorge tragen, dass ihre Kinder zur Schule kommen. Sollte einer Schülerin oder einem Schüler der Schulweg im Einzelfall nicht zumutbar sein, handele es sich um entschuldigte Fehlzeiten, hieß es.
Wo wird gestreikt?
Millionen Fahrgäste des öffentlichen Nahverkehrs in Nordrhein-Westfalen müssen sich eine Alternative zu den vielerorts ausfallenden Bussen und Stadtbahnen suchen. Nahezu alle großen kommunalen Nahverkehrsbetriebe in NRW wie KVB (Köln), Rheinbahn (Düsseldorf), DSW21 (Dortmund) oder etwa der Verkehrsbetrieb der Stadtwerke Münster werden bestreikt. S-Bahnen und Regionalzüge sind hingegen nicht von den Warnstreiks betroffen.