Nordrhein-WestfalenBetreiber insolvent - was passiert mit Seniorenheim in Unna?

Bleibt die Seniorenresidenz von Ambiente Care Süd in Unna erhalten? Der Betreiber ist insolvent, Gehälter wurden zuletzt nicht gezahlt. Der Insolvenzverwalter prüft alle Optionen.
Unna (dpa/lnw) - Die Zukunft der Seniorenresidenz des Betreibers Ambiente Care in Unna ist weiter unsicher. Seitens des Betreibers hatte es Probleme bei den Gehaltsauszahlungen gegeben, an diesem Freitag sollen die Angestellten die ausstehenden Beiträge erhalten, wie ein Sprecher des Kreises Unna mitgeteilt hatte. Mit der Ankündigung am vergangenen Dienstag war eine Schließung zunächst abgewendet worden.
Allerdings hat Ambiente Care Süd kürzlich beim Amtsgericht einen Eigeninsolvenzantrag gestellt. Dem vorläufigen Insolvenzverwalter Hubert Ampferl zufolge betreibt die Kette an sechs Standorten in Deutschland Seniorenresidenzen und Pflegeheime für insgesamt 585 Bewohnerinnen und Bewohner. Darunter sind auch Unna sowie eine Einrichtung in Velbert.
Das Heim in Velbert übernimmt ein neuer Betreiber
Das Haus in Velbert übernimmt das Unternehmen Rhemia Residenzen GmbH zum 1. Mai als neuer Betreiber, wie Geschäftsführer Michael Müller vor wenigen Tagen angekündigt hatte. In Velbert gebe es Platz für 80 Bewohnerinnen und Bewohner, der Pachtvertrag sei unterschrieben.
Die Seniorenresidenz in Unna kenne er bisher nicht, er schließe aber nicht aus, dass der Standort interessant sein könnte, sagte Müller nun auf dpa-Anfrage. Das Unternehmen Rhemia Residenzen habe er eigens für die Übernahme der Einrichtung in Velbert sowie einem Seniorenheim im niedersächsischen Rotenburg gegründet.
Probleme bei Gehaltszahlungen an mehreren Standorten
In Unna hatten Angestellte nur einen Teil ihres Februargehaltes bekommen. In einer Mitteilung des Insolvenzverwalters, die für alle Standorte von Ambiente Care Süd gilt, heißt es, dass "der von der Bundesagentur für Arbeit gewährte Insolvenzgeldschutz" beansprucht werden könne. Er werde schnellstmöglich eine Insolvenzgeld-Vorfinanzierung organisieren, kurzfristig Zahlungen an die Mitarbeiter leisten zu können. Es sollten alle Optionen zum Erhalt der Seniorenresidenzen und Pflegeheime auf Machbarkeit untersucht werden.
In Unna war ein Teil der 42 Bewohner vor Ostern ausgezogen, nach den Feiertagen wohnten in der Residenz noch 20 Menschen, wie der Kreis-Sprecher geschildert hatte. Laut Homepage gibt es 70 Einzelzimmer und acht Zimmer für Kurzzeitpflege.