Nordrhein-WestfalenSkywalk, Blumeninseln und Kunst: Noch ein Jahr bis zur IGA

Die Internationale Gartenausstellung soll im kommenden Jahr mehr als drei Millionen Menschen ins Ruhrgebiet locken. Sie erwarten riesige Blumenbeete - und Ideen für das Leben der Zukunft.
Duisburg/Dortmund (dpa/lnw) - In einem Jahr startet im Ruhrgebiet das größte Gartenfestival Europas: Mehr als drei Millionen Besucher sollen von April bis Oktober 2027 zur Internationalen Gartenausstellung (IGA) kommen. Zu sehen gibt es eine Mischung aus Blumen, Parks und Veranstaltungen.
Genau ein Jahr vor der Eröffnung beginnt die IGA nun den Ticket-Vorverkauf. Aber was erwartet Besucher eigentlich auf der Gartenschau im kommenden Jahr? Ein Ausblick:
Was ist geplant?
Im Zentrum der IGA vom 23. April bis 17. Oktober 2027 stehen drei aufwendig gestaltete Zukunftsgärten in Duisburg, Dortmund und Gelsenkirchen. Daneben gibt es zwei etwas kleinere Zukunftsgärten und einige Dutzend Parks im ganzen Ruhrgebiet, die sich während der IGA präsentieren.
Gärtner und Pflanzenzüchter aus ganz Europa sollen ihr Können zeigen - sowohl in Ausstellungshallen als auch auf riesigen Freiluftbeeten.
Überall wird eine klassische Geschichte des Ruhrgebiets erzählt: Die Wandlung von einst pulsierenden Industriearealen hin zu lebenswerten Parks und Erlebnisräumen. Dabei soll es immer auch um die Frage gehen, wie der Klimawandel den Lebensraum der Menschen in einem Ballungsraum verändert.
Geplant sind auch rund 6000 Veranstaltungen - unter anderem Straßenkunst, Konzerte oder Lichtinstallationen.
Was kostet der Eintritt zur IGA?
In die kleineren Parks kommt man kostenlos. Wer in die großen Gärten in Duisburg, Dortmund und Gelsenkirchen möchte, muss allerdings Eintritt zahlen: 29,50 Euro kostet ein reguläres Tagesticket. Für junge Erwachsene bis 24 Jahre gibt es Ermäßigungen, Kinder bis 14 Jahren kommen kostenlos rein.
Wer regelmäßig wiederkommen und mehrere Gärten besuchen will, hat verschiedene Ticket-Optionen - bis hin zur Dauerkarte für die gesamte IGA, die für Erwachsene im Vorverkauf 198 Euro kostet.
Welche Zielgruppe wird besonders angesprochen?
Zwar sind Gartenschauen traditionell ein beliebtes Ausflugsziel für Rentner. Doch die IGA will gerade auch junge Erwachsene und Familien mit Kindern in den Blick nehmen. "Für Kinder gibt es viel Platz zum Spielen, Entdecken und Toben", verspricht die Veranstalter-Gesellschaft.
Was ist der Unterschied zur Landesgartenschau in diesem Jahr?
In Neuss hat gerade die Landesgartenschau eröffnet. Sie soll in diesem Sommer 650.000 Besucherinnen und Besucher anziehen.
Die IGA im kommenden Jahr denkt da ein paar Nummern größer: Es ist das erste Mal, dass eine Internationale Gartenausstellung in Nordrhein-Westfalen stattfindet - und das erste Mal, dass eine IGA nicht nur in einer Stadt, sondern in einer ganzen Region verankert wird.
Was passiert im Zukunftsgarten Duisburg?
Duisburg liegt zwar direkt am Rhein - aber durch Hafenbecken und Industrieflächen ist der Fluss in der Stadt vielerorts gar nicht zugänglich. Das will die IGA ändern: Das Gelände des Duisburger Zukunftsgartens wurde 150 Jahre lang industriell genutzt.
Jetzt entsteht dort ein neuer Grünraum direkt am Rhein, mit Spielplätzen und einer Skater-Anlage. Wasserspiele, Trinkbrunnen und schattenspendende Bereiche sollen zeigen, wie sich in einer modernen Stadt die immer heißeren Sommer gut ertragen lassen. Ein Höhepunkt soll ein Skywalk werden, von dem man den Park und den Rhein von oben sehen kann.
Was passiert im Zukunftsgarten Dortmund?
In der Kokerei Hansa wurde einst Koks für die Stahlwerke der Region produziert, heute ist es eines der bedeutendsten Industriedenkmäler der Region. Die IGA will daraus einen Park machen, der ähnlich wie Zeche Zollverein in Essen Menschen von weit her anlockt: Riesige Spielbereiche für Kinder sind geplant - mit einer Skulptur zum Klettern, Schaukeln und Trampolinen. Platz zum Mountainbiken soll es ebenso geben wie Felder für Fußball, Basketball, Parkour und Fitness.
In Dortmund wird es auch die größten Blumenhallen geben, die alle paar Wochen neu inszeniert werden.
Was passiert im Zukunftsgarten Gelsenkirchen?
Der Standort liegt auf einer Art Insel zwischen Emscher und Rhein-Herne-Kanal – einem Ort also, an dem Industrie und Wasser seit Jahrzehnten eng beieinanderliegen. Auch ein altes Wendebecken für Schiffe am Rhein-Herne-Kanal soll für Besucher erschlossen werden. Naturstege, Aussichtsplattformen und schwimmende Blumeninseln sollen dort entstehen. Ein Höhepunkt ist der alte Kohlebunker, der für Gastronomie und Ausstellungen genutzt wird.
Welche Pläne gibt es für die kleineren Zukunftsgärten?
Die Zukunftsgärten in Castrop-Rauxel/Recklinghausen sowie in Lünen sollen keinen Eintritt kosten. Entsprechend schmaler fällt dort das Programm aus. Stattdessen soll der Freizeitwert im Mittelpunkt stehen - mit weitläufigen Radwegen entlang der Emscher und neuer Infrastruktur für verschiedene Trendsportarten.
Was passiert um die großen Zukunftsgärten herum?
Mehr als 30 kleinere Projekte werden im gesamten Ruhrgebiet entwickelt und in der IGA gebündelt: Parks, Wege, Stadträume, Naturschätze und bislang weniger bekannte touristische Ziele. Einige Beispiele: In Hagen wird ein alter Rangierbahnhof am Hengsteysee zu einem Park mit Strandpromenade, Ufertreppe, Spielplätzen und Gastronomie umgebaut. In Wetter wird eine alte Burgruine saniert und für Besucher erschlossen. In Witten wird der Zugang zur historischen Zeche Nachtigall – einer der ältesten Zechen des Reviers – neu gestaltet.