Nordrhein-WestfalenMarode Brücke: Viele Zugausfälle zwischen Köln und Wuppertal

Nach fünf Monaten Sperrung sollten die Züge zwischen Köln und Hagen eigentlich wieder normal fahren. Doch jetzt sorgt eine Brücke für Probleme. So kommen Bahnkunden trotzdem an ihr Ziel.
Wuppertal (dpa/lnw) - Wegen einer maroden Brücke müssen sich Reisende nach der gut fünfmonatigen Generalsanierung der Bahnstrecke Köln-Hagen weiter auf Zugausfälle einstellen. Betroffen ist der Fernverkehr genauso wie der Regionalverkehr. Es gebe noch keine Prognose, wie schnell die Brücke repariert werden könne, sagte eine Bahnsprecherin.
Die stark befahrene Strecke ist bei Opladen bis auf Weiteres nur eingleisig befahrbar. Der Zugverkehr rollt deshalb nach der knapp 800 Millionen Euro teuren Generalsanierung nur teilweise wieder an.
ICE von Köln nach Berlin fallen aus
Im Fernverkehr sind vor allem die ICE zwischen Köln und Berlin betroffen. Laut Bahn fallen die Züge auf dem Abschnitt komplett aus. Reisende in Hagen, Wuppertal, Solingen und Köln kommen dadurch nicht wie geplant an ihr Ziel und müssen auf andere Züge ausweichen.
Auf den übrigen ICE- und IC-Linien, die über Wuppertal fahren, fallen die Züge laut Bahn nicht aus. Allerdings müssten Reisende mit deutlichen Verspätungen rechnen.
Regionalzüge fallen aus oder werden umgeleitet
Im Regionalverkehr sind vor allem Reisende, die von Wuppertal in Richtung Köln fahren wollen, mit Ausfällen konfrontiert. In Gegenrichtung funktioniert die Fahrt mit der Bahn unkomplizierter: Züge der Linie RE7 (Rhein-Münsterland-Express) fahren von Köln in Richtung Wuppertal ganz normal über die Strecke.
In Gegenrichtung werden die Züge von Wuppertal allerdings nach Düsseldorf umgeleitet und halten deshalb nicht in Solingen, Opladen, Köln Messe/Deutz, Köln Hauptbahnhof und Dormagen. Wer von Wuppertal nach Köln möchte, muss also in Düsseldorf umsteigen - oder auf eine Regionalbahn ausweichen.
Allerdings fährt auch bei der RB48 (Rhein-Wupper-Bahn) wegen des Brückenschadens nur jeder zweite Zug.
Reisende sollten ihre Verbindung in jedem Fall kurz vor der Abfahrt noch einmal in der digitalen Fahrplanauskunft überprüfen, schrieben die Bahnunternehmen auf der Internetseite zuginfo.nrw.
Geschwindigkeitsbeschränkung wird aufgehoben
Ein anderes Problem wurde laut Bahn hingegen gelöst: Über das Wochenende durften Züge auf dem 65 Kilometer langen Abschnitt zwischen Köln und Hagen höchstens 70 Kilometer pro Stunde schnell fahren, weil der neue Schotter unter den Gleisen noch festgefahren werden musste. Diese Geschwindigkeitsbeschränkung sei am Montagmorgen aufgehoben worden, sagte eine Bahnsprecherin.
Brückenschaden fiel am letzten Tag der Generalsanierung auf
Die Strecke von Köln über Wuppertal nach Hagen war seit Anfang Februar aufwendig modernisiert worden. Nach gut fünf Monaten Sperrung sollten die Züge am Freitagabend eigentlich wieder nach normalem Fahrplan rollen.
Doch ausgerechnet am letzten Tag der Generalsanierung fiel auf, dass eine Brücke marode ist. Es gebe einen Schaden an einem tragenden Bauteil der Brücke über die Wupper, teilte die Bahn mit. Aus Sicherheitsgründen sei deshalb eines der beiden Gleise gesperrt worden. Die betroffene Brücke wurde nach Angaben der Bahn bei der abgeschlossenen Korridorsanierung nicht erneuert, weil die bisherigen Inspektionen - zuletzt Ende 2025 - keine Schäden gezeigt hätten.