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Nordrhein-WestfalenMöglicher Sozialbetrug – Behörden durchsuchen "Weiße Riesen"

30.06.2026, 17:44 Uhr
Die-Hochhaeuser-in-Duisburg-gerieten-in-den-vergangenen-Jahren-wiederholt-in-die-Schlagzeilen

Die Behörden nehmen erneut ein Problemviertel in Duisburg ins Visier. Es geht um den Kampf gegen Sozialbetrug.

Duisburg (dpa/lnw) - Im Kampf gegen großangelegten Sozialbetrug hat die Stadt Duisburg erneut den größten der "Weißen Riesen" im Brennpunkt-Stadtteil Hochheide kontrolliert. Bei der Aktion in dem 20-stöckigen Hochhaus wurde geprüft, wer dort wohnt - und wer womöglich nur zum Schein gemeldet ist, um Sozialleistungen zu beziehen.

Dafür seien 80 Einsatzkräfte von verschiedenen Behörden von Tür zu Tür gegangen und hätten Bewohner befragt. Beteiligt waren das Duisburger Bürger- und Ordnungsamt, die Ausländerbehörde und die Polizei.

Im Fokus seien bei dem Einsatz diesmal gut 200 Personen gewesen, die in den vergangenen Monaten neu in das Hochhaus gezogen waren, teilte die Stadt mit. Allerdings seien 130 Personen bei der Kontrolle in den frühen Morgenstunden nicht angetroffen worden. In diesen Fällen werde nun geprüft, ob sie wirklich in Duisburg wohnen.

Ruhrgebiets-Städte gehen zunehmend gegen Sozialbetrug vor

Viele Städte im Ruhrgebiet verschärfen seit einigen Jahren ihr Vorgehen gegen kriminelle Geschäftsmodelle mit Sozialbetrug und Schrottimmobilien. In den als "Weiße Riesen" bekannten Hochhäusern in Duisburg gab es in der Vergangenheit bereits ähnliche Einsätze. Im Oktober 2024 führten Ordnungsamt und Polizei eine große Kontrolle durch. Dabei wurden unter anderem Dutzende Fälle von mutmaßlichem Kindergeldbetrug festgestellt - weil Kinder in Duisburg gemeldet waren, die offensichtlich gar nicht in Deutschland lebten.

"Weiße Riesen" machen immer wieder Schlagzeilen

Die Hochhaus-Gegend mit den "Weißen Riesen" im Westen von Duisburg war in den vergangenen Jahren in die Schlagzeilen geraten, weil sich etwa Paketboten und andere Lieferanten zeitweise nicht mehr in die Gebäude trauten. Seit den 1980er Jahren wurde kaum noch investiert, die Gebäude verwahrlosten, mehr als die Hälfte der Wohnungen stand leer.

Die Stadt Duisburg will das Problemviertel sanieren und die Lebensqualität erhöhen. Drei der einst sechs Riesen brachte die Kommune in den vergangenen Jahren in ihren Besitz und sprengte sie. An ihrer Stelle soll ein 6,5 Hektar großer Stadtpark entstehen. Die anderen drei Hochhäuser sind weiterhin bewohnt.

Quelle: dpa

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