Nordrhein-WestfalenNahverkehr-Warnstreiks in mehreren Ruhrgebietsstädten

Fahrgäste des Nahverkehrs müssen sich am Samstag in Teilen des Ruhrgebiets Alternativen zur Fahrt mit Stadtbahnen und Bussen suchen. Das betrifft auch Fußballfans.
Bochum (dpa/lnw) - In mehreren Städten des Ruhrgebiets müssen Fahrgäste an diesem Samstag (7. März) mit massiven Einschränkungen im kommunalen Nahverkehr rechnen. Die Gewerkschaft Verdi ruft die Beschäftigten der Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG (Bogestra), der Straßenbahn Herne – Castrop-Rauxel GmbH (HCR) und der Vestischen in Herten für diesen Tag zu einem ganztägigen Warnstreik auf.
Auch Fußball-Spiel betroffen
In den betroffenen Unternehmen werden nach Einschätzung von Verdi am Samstag von der frühesten Frühschicht bis zur spätesten Spätschicht keine Busse und Bahnen fahren. Die Streikmaßnahmen werden laut der Gewerkschaft damit auch das Zweitliga-Heimspiel des VfL Bochum betreffen, der am Samstagabend gegen den 1. FC Kaiserslautern antritt. S-Bahnen und Regionalzügen sind nicht von dem Tarifkonflikt betroffen.
Welche neuen Warnstreiks sind bereits bekannt?
In Köln, Bonn und Monheim müssen Fahrgäste an diesem Freitag (6. März) mit massiven Einschränkungen im kommunalen Nahverkehr rechnen. Verdi hat die Beschäftigten der Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB), der Stadtwerke Bonn sowie der Bahnen der Stadt Monheim für diesen Tag zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen. Einige Busse, die von Subunternehmen betrieben werden, können fahren.
Warum werden Verkehrsbetriebe bestreikt?
Die zweite Verhandlungsrunde für die etwa 30.000 Beschäftigten in rund 30 kommunalen Verkehrsbetrieben in Nordrhein-Westfalen ist am Dienstag (3. März) in Bochum ohne eine Einigung zu Ende gegangen. Verdi NRW will die wöchentliche Arbeitszeit von 39 auf 37 Stunden bei vollem Lohnausgleich verkürzen. Die Ruhezeit zwischen zwei Schichten soll von 10 auf 11 Stunden erhöht werden. Der Zuschlag für Sonntagsarbeit soll von 25 Prozent des Stundenentgelts auf mindestens 40 Prozent steigen, fordert Verdi NRW.
Arbeitgeber halten Forderungen für überzogen
Der Kommunale Arbeitgeberverband Nordrhein-Westfalen wirft Verdi seit Wochen vor, die Augen vor der desolaten Finanzlage der Verkehrsbetriebe zu verschließen. Die Tarif- und Entgeltbedingungen hätten sich schon deutlich verbessert, der Nahverkehr biete bereits attraktive Arbeitsplätze. Würde man den Forderungen nachkommen, müsse voraussichtlich an vielen Stellen verstärkt etwa über die Einstellung von Linien, längere Takte und die Vergabe von Beförderungen ans private Busgewerbe nachgedacht werden.
Wann wird wieder verhandelt?
Die Tarifverhandlungen werden am 24. März in dritter Runde fortgesetzt.