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Nordrhein-WestfalenSchweinepest in NRW: 330 Fälle und größeres Sperrgebiet

12.02.2026, 15:55 Uhr
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(Foto: Federico Gambarini/dpa)

Die Zahl der Wildschweine mit nachgewiesener Afrikanischer Schweinepest wächst in NRW weiter. Kürzlich wurde ein infizierter Frischling außerhalb der Sperrzone II gefunden - und das hat Folgen.

Düsseldorf/Olpe (dpa/lnw) - Acht Monate nach dem ersten nachgewiesenen Fall von Afrikanischer Schweinepest in NRW sind inzwischen rund 330 Wildschweine positiv auf ASP getestet worden. Das teilte das Landwirtschaftsministerium in Düsseldorf mit, das eine Ausweitung der Sperrzone II und weitere Schutzzäune ankündigte. ASP ist für den Menschen ungefährlich, für Schweine hochansteckend und fast immer tödlich.

Sperrzonen II und I zum Schutz gegen Ausbreitung der Tierseuche

Ein Sprecher des NRW-Ministeriums erläuterte, kürzlich sei ein infizierter toter Frischling leicht außerhalb der Sperrzone II gefunden worden. Das habe zur Folge, dass dieser Sperrbereich nun erweitert werden müsse. Damit sich die Seuche nicht weiter ausbreitet, gibt es in Nordrhein-Westfalen eine Sperrzone II und um diese herum noch als Puffer eine zehn Kilometer breite Sperrzone I.

Das Ganze ist regional begrenzt auf die Kreise Olpe und Siegen-Wittgenstein, wo bisher alle infizierten Tiere gefunden worden waren, sowie vorsorglich auf den Hochsauerlandkreis. Die Zone II umfasse bislang gut 660 Quadratkilometer, berichtete der Ministeriumssprecher. In einem dort angelegten Kerngebiet seien viele Zäune - insgesamt weit mehr als 200 Kilometer - errichtet worden.

Wie sehr wächst die Sperrzone, wie viel mehr Zäune kommen?

Der kürzlich gefundene Kadaver des infizierten Frischlings lag in der Nähe von Bad Berleburg und damit unweit der hessischen Landesgrenze. Daher sollten zur Eindämmung der Seuche vorhandene Zäune auch in dieser Richtung ausgebaut werden, schilderte der Sprecher.

Wie viele Kilometer Zaun in NRW zusätzlich aufgebaut werden müssten und um welche Fläche die Sperrzone II vergrößert werde, stehe noch nicht genau fest. Auch darüber stimme man sich derzeit mit Hessen eng ab.

Kein Hausschwein betroffen in Nordrhein-Westfalen

In Hessen waren im Jahr 2024 erstmalig Schweine positiv auf die ASP getestet worden. In NRW war der erste ASP-Fall bei einem Wildschwein Mitte Juni 2025 nachgewiesen worden. Eine ASP-Infektion verläuft für Haus- und Wildschweine in der Regel tödlich. Bei Hausschweinen gibt es in NRW nach wie vor keinen einzigen Fall, hieß es in Düsseldorf. Wäre ein Hausschweinbetrieb betroffen, müsste der ganze Bestand getötet werden.

Um die Seuche in den Griff zu bekommen, gelten für Bürgerinnen und Bürger in der Region Einschränkungen, die in Verfügungen der drei Kreise festgelegt sind. So sollen etwa Spaziergänger in Sperrzonen ausgewiesene Wege nicht verlassen, Hunde dürfen nicht frei herumlaufen. Menschen und andere Tiere können sich zwar nicht anstecken, den Erreger aber indirekt weiterverbreiten - etwa über Schuhen oder Autoreifen. In den Wäldern rund um das Ausbruchsgebiet mahnen zahlreiche Schilder das richtige Verhalten an.

Quelle: dpa

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